Mehr als 200 Baustellen in Aussicht

Mehr als 200 Baustellen in Aussicht

KONZ. Eine Stadt mit Zukunft und Nachwuchs soll Konz bleiben, deshalb wollen die Stadtväter viel Bauland für junge Familien ausweisen. Über insgesamt rund 200 Baugrundstücke in drei Baugebieten diskutierten die Mitglieder des Stadtrats deshalb bei der letzten Sitzung vor der Sommerpause.

Viel vorgenommen hatten sich die Mitglieder des Konzer Stadtrats für die letzte Sitzung vor den Sommerferien. Satte 16 Tagesordnungspunkte standen allein im öffentlichen Teil der Sitzung zur Diskussion. Deshalb bat Bürgermeister Manns schon frühzeitig darum, die Themen "kurz und knackig" vorzustellen und zu erörtern. Bauen ist beliebt

Sein Plan ging nicht ganz auf, denn insgesamt diskutierten die Ratsmitglieder rund vier Stunden über die 16 Themen im öffentlichen Teil. Ein wichtiges Thema beim Rat waren drei Baugebiete, die die Stadt in Kommlingen, Roscheid und Könen auf den Weg bringen will. Mehr als 200 Baustellen kann sie anbieten, wenn die Pläne für die drei Baugebiete durchgewunken werden. Zunächst befassten sich die Ratsmitglieder mit den Plänen für "Roscheid V", wo rund 100 Baugrundstücke geplant sind. Aus der Offenlage gab es einige Anregungen zum Bebauungsplan, die lediglich kleine Änderungen zur Folge hatten. Einstimmig beschlossen die Ratsmitglieder die Satzung für "Roscheid V", so dass die Ausschreibungen bald beginnen. Möglicherweise können dort Ende des Jahres die Bagger anrollen. Ähnlich sieht es auch mit dem Baugebiet "Hirschengartswild" im Stadtteil Kommlingen aus. Obwohl Manns bemerkte, er habe selten ein Ingenieurbüro "so lange an einem Baugebiet rumdoktern sehen", wurde die Satzung für das Baugebiet mit rund 17 Grundstücken nun bei der Sitzung beschlossen. Ganz so weit sind die Pläne für das Könener Baugebiet "Im Pferdsgarten" noch nicht gediehen, weshalb sie auch mehr Gesprächsstoff lieferten. Dort stehen nach der vorgezogenen Bürgerbeteiligung und der Anhörung der Träger öffentlicher Belange noch einige Untersuchungen aus. Ein schalltechnisches Gutachten, ein weiteres über die Verkehrssituation in der Bergstraße sowie ein Gutachten über mögliche Fledermausvorkommen müssen erstellt werden. Mit den Ergebnissen ist vermutlich bis zum Herbst zu rechnen. Diese Tatsache sorgte beim Grünen-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Hertel für Unmut: "Überall müssen wir noch Gutachten einholen. Wir machen die Planung, obwohl wir noch gar nicht wissen, wie wir weiterkommen", gab er zu bedenken. Hertel fürchtet, dass das Bauvorhaben wegen der Untersuchungen noch kippen könnte. "Das hat alles seinen Sinn", erwiderte Manns. Es sei möglich, dass man wegen der Gutachten nochmal umplanen müsse. "Ich kann ihnen nicht zu 100 Prozent sagen, dass wir mit dem, womit wir rechnen, nachher auch arbeiten können", so Manns. In Tawern sei man bei Kanalarbeiten "In der Acht" beispielsweise auf Fließsand gestoßen. Antrag abgewiesen

Auch das Ausweisen von sechs Baugrundstücken 150 Meter von der Saar entfernt - im Bereich der Zone möglicher 200-jähriger Hochwasser - lieferte Gesprächsstoff. Laut Thomas Lang von der B.K.S. Ingenieurgesellschaft für Stadtplanung in Trier treten sie "sehr selten auf", weshalb dem Risiko mit dem Hinweis auf eine besonderen Bauweise auf diesen Grundstücken Genüge getan sei. Der Grünen-Politiker Hertel sagte, er teile die Bedenken der Behörde. Er wolle nicht zustimmen, dass die Häuser an der Stelle gebaut werden können. Der Antrag auf den Verzicht auf diese sechs Baustellen wurde jedoch mit 13 Gegenstimmen abgewiesen. Wegen der noch ausstehenden Gutachten gibt es auch noch keine Offenlage der Bebauungspläne.