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Mehr Kita, mehr Ortskern, mehr Gemeinschaft: Ortsgemeinderat verabschiedet Ayler Wunschzettel

Mehr Kita, mehr Ortskern, mehr Gemeinschaft: Ortsgemeinderat verabschiedet Ayler Wunschzettel

Die Umgestaltung der historischen Ayler Ortsmitte ist in diesem Jahr zentrale Aufgabe des Ortsgemeinderats, der bereits seit geraumer Zeit daran tüftelt, dem Dorf neuen Charme einzuhauchen. Eine Begegnungsstätte, Straßenausbauten, ein Erlebnisspielplatz und mehr Wohnraum für Asylsuchende sind weitere Ziele.

Am 18. Juni feiert die Kindertagesstätte (Kita) Ayl ihren 40. Geburtstag. Es wird ein besonders großes und üppiges Geburtstagsgeschenk für die derzeit 92 Kinder und 20 Erzieherinnen und Haushaltskräfte geben. Denn bald ist die neue Turnhalle fertig. Um den Zuschuss aus Mainz über 71000 Euro hat Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger lange gekämpft (der TV berichtete mehrfach).
Rund 280 000 Euro kostet der Anbau. 96 400 Euro davon übernimmt der Kreis. Damit kann die Kita uneingeschränkt, das heißt ohne Sondergenehmigung vom Jugendamt, betrieben werden.
Ein neu gestalteter Ortskern nimmt erst einmal auf dem Papier Gestalt an. "Wir bekommen bald erste Entwürfe vom Architekturbüro Kintzinger/Neukirch/Stein aus Trier vorgelegt", sagt Büdinger. Ziel ist hier in einem angekauften Haus eine Begegnungsstätte einzurichten, die in diesem Jahr Wirklichkeit werden soll, und auch Raum für Betreutes Wohnen anzubieten.

Für potenzielle Hauskäufer ist der Ortskern interessant. "Hier ist ein Sanierungsgebiet ausgewiesen, was besondere Zuschüsse und Steuervorteile sichert", richtet sich Büdinger an Menschen, die gerne in historischer Bausubstanz und Atmosphäre leben.

Derzeit leben 23 Asylsuchende in Ayl. Damit liegt das 1600-Einwohner-Dorf auf Platz zwei in der Verbandsgemeinde, direkt hinter Saarburg. Alle Ortsgemeinden sind von der Verwaltung angewiesen, für entsprechende Unterkünfte zu sorgen. "Ich werde mit Wohnungseigentümern reden", kündigt Büdinger an, denn in diesem Punkt seien alle Dörfer gefordert.

Ressentiments gegenüber Ausländern gibt es in Ayl nicht, im Gegenteil, die Bürger helfen den Flüchtlingen wo sie können. "Nachbarn kümmern sich um die neuen Nachbarn", freut sich Büdinger.

Zum Charme eines Dorfes gehören natürlich gute Straßen. Das Planungsbüro Boxleitner in Trier befasst sich gerade mit der Instandsetzung der Weinstraße zwischen Dorfplatz und Bauhof. "Unter diesen 500 Metern sind Leitungen und Kanäle aus den 60er Jahren teilweise sehr marode", erklärt Büdinger, warum es mit einer neuen Fahrbahndecke nicht getan ist. Bevor im Frühjahr die Baufirmen kommen, werden die Anlieger noch genau informiert.

2017 stehen die Brunnenstraße und der Rest der Weinstraße zur Sanierung an. Ein Erlebnisspielplatz am Sportplatz soll allen Generationen dienen. Es soll nach der Vorstellung von Planerin Marita Maximini eine sportlich orientierte Begegnungsstätte unter freiem Himmel werden.Hoher Anteil an Eigenleistung


Im Haushalt sind dafür 30.000 Euro eingestellt worden. 10.000 Euro davon wollen Ayler Bürger als Eigenleistung einbringen. Damit Ayl auch nachts einen besseren Eindruck macht, sollen in den nächsten zwei Jahren alle 241 Straßenlaternen ausgetauscht werden. Die Umrüstung auf LED-Technik wird zwar 40.000 Euro kosten, sich aber nach wenigen Jahren wieder amortisiert haben.

Bei allen Vorhaben ist Siegfried Büdinger der Erhalt und die Förderung der Dorfgemeinschaft sehr wichtig: "Wir werden den Vereinen immer unter die Arme greifen, beispielsweise mit Räumen für die Jugendarbeit und Festen von allen für alle."