Mehr Licht, weniger Kosten

Auf den Straßen in Schillingen ist es abends deutlich heller als bislang. Das liegt an den rund 190 neuen Leuchtdioden (LED), die seit kurzem in den Laternen für das richtige Licht sorgen. Die Ortsgemeinde will mit der Umrüstung auf die moderne Technik Kosten sparen und die Umwelt schonen.

Schillingen. Wer häufiger nachts durch Schillingen fährt, hat es sicher schon bemerkt. Das Licht der Laternen ist deutlich heller als bislang. Denn die Ortsgemeinde hat in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen RWE nahezu ihre komplette Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgerüstet.
"Wir wollten damit Stromkosten sparen und unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten", begründet Ortsbürgermeister Markus Franzen den Schritt. Der Gemeinderat habe sich schon vor längerer Zeit für die Investition in die Leuchtdioden (LED) entschieden, die als besonders effizient und umweltfreundlich gelten.
In drei Jahren amortisiert


Laut Franzen wurden insgesamt 190 alte Natriumdampfleuchten, die ein gelb-orangefarbenes Licht abgeben, umgerüstet. Die verbliebenen etwa 50 alten Leuchten mit Neonröhren würden "im Zuge von Straßenerneuerungen in den nächsten Jahren" ausgetauscht. Die Ortsgemeinde spare nun jährlich 8500 Euro an Strom- und Wartungskosten, sagt Franzen. Die Investition von insgesamt rund 25 500 Euro habe sich somit nach drei Jahren amortisiert.
Der Zeitpunkt für die Umrüstung wurde nicht zufällig gewählt. RWE bietet in neu abgeschlossenen Verträgen von 2016 einen Innovationszuschuss von 150 Euro pro Leuchte für Kommunen an, die ihre Straßenlampen auf LED-Technik umstellen. Hintergrund ist eine EU-Verordnung von 2009. Deren Ziel ist es, dass die Kommunen ihre Straßenlaternen auf die neuesten, energiesparenden Standards umrüsten, um die Umwelt und ihre Haushalte zu entlasten. Die Richtlinie setzt dem Handel deshalb Fristen: Spätestens 2017 dürfen bestimmte veraltete Technologien nicht mehr vertrieben werden - was die Kommunen quasi zum Handeln zwingt.
Franzen betont, dass sich der Schillinger Rat zur Modernisierung entschlossen habe, "lange bevor die neue EU-Vorschrift bekannt war". Damals habe die Amortisationszeit noch sieben bis acht Jahre betragen, die Umrüstung sollte "etappenweise" erfolgen. Da RWE nun wegen der EU-Verordnung ohnehin nachrüsten müsse, habe man abgewartet und "jetzt alles in einem Arbeitsgang" erledigt. "Durch den Zuschuss ist es sogar günstiger geworden", freut sich Franzen.
RWE-Sprecher David Kryszons erklärt, dass auch ein Nachrüsten der Natriumdampftechnik möglich gewesen wäre. Im Rahmen der anstehenden Wartung wäre dies für die Ortsgemeinde kostenlos gewesen - und hätte auch die EU-Norm erfüllt. Die LED-Leuchten seien jedoch "umweltfreundlicher". Durch das Einsparen von Energie und CO{-2} könne die Gemeinde ihre Betriebskosten "dauerhaft senken".
103 weitere Orte folgen


Schillingen sei der erste Ort im Landkreis Trier-Saarburg, der im Rahmen des Dienstleistungsvertrags "Licht & Service" 2016 die Modernisierung der Straßenbeleuchtung abgeschlossen habe. Bis 2019 werde der Konzern auch in den restlichen 103 Orten im Kreis die Beleuchtung den neuen Standards anpassen. "Das Thema LED stößt allgemein auf großes Interesse", sagt Kryszons. Was die Umrüstung pro Lampe koste, könne "pauschal nicht beantwortet werden", erklärt der Sprecher. Dies hänge "stark vom Einzelfall und den Gegebenheiten vor Ort" ab.
Die Schillinger hätten sich zunächst an die neue Beleuchtung gewöhnen müssen, gibt Ortschef Markus Franzen zu. Im ersten Moment blende das weiße Licht, wenn man mit dem Auto unter einer Laterne vorbeifahre. "Aber inzwischen ist die Mehrheit der Bürger froh, dass wir endlich vernünftiges Licht im Ort haben. Es ist deutlich heller in den Straßen."