Mehr Pacht für den Windpark

Mit 18 Ja- bei sechs Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen hat der Weiskircher Gemeinderat dem neuen Pachtvertrag mit der Windkraft-Firma Juwi zugestimmt. Sie baut zurzeit vier Räder auf dem Schimmelkopf. Für jede Anlage gibt es zunächst 99 240 Euro, ab dem elften Betriebsjahr 82 700 Euro.

Weiskirchen. Sie haben gerechnet, verhandelt, erneut Zahlen zusammengezählt und debattiert. Das Ergebnis: Juwi, Betreiber des Weiskircher Windparks auf dem Schimmelkopf, lenkte ein.
So legte Weiskirchens Bürgermeister Werner Hero in der jüngsten Sitzung eine neue Vereinbarung über die Pachtzahlungen vor, die mit den Projektentwicklern vereinbart worden ist. Es wird nach den Worten des Verwaltungschefs die höhere Pacht von 99 240 Euro vorgezogen. Ab dem elften Betriebsjahr reduziere sich der Betrag auf 82 700 Euro. Grund für die Nachverhandlungen: Durch die Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) sind seit 1. August die darin garantierten Abnahmepreise für Strom aus Windenergie gesunken. Die Folge: Juwi drang bei der Gemeinde auf eine Reduzierung der Pachtzahlungen. Ursprünglich wollte die Firma aus dem rheinhessischen Wörrstadt rund 35 Prozent weniger zahlen als vertraglich vereinbart - statt 100 000 sollten künftig nur noch 65 000 Euro pro Windrad und Jahr in die Gemeindekasse fließen - 140 000 Euro weniger im Jahr. Doch da machte der Rat nicht mit. Der Bürgermeister musste erneut in den Ring steigen. Mit ins Boot hatte er unter anderem die Fraktionschefs der Gemeinderatsfraktionen geholt. Hero dankte SPD-Fraktionschef Christof Adams, "der sich in die intensiven Gespräche sehr eingebracht hat". Für den Sozialdemokraten steht fest: "In den Verträgen, die Juwi vor einigen Tagen vorgelegt hatte, kommt die Firma wesentlichen Forderungen der SPD nach."
Die Gemeinde profitiert nach seiner Einschätzung durch das Vorziehen des erhöhten Pachtbetrages von 99 240 Euro je Anlage in erheblichem Umfang. Dies gilt seiner Meinung nach auch in der zweiten Phase, ab dem elften Betriebsjahr, wenn die reduzierte Pacht von 82 700 Euro greift. Eine vertraglich gesicherte Klausel garantiere der Gemeinde über 400 000 Euro. Dem Vertrag stimmten 18 Ratsmitglieder zu, sechs lehnten ihn ab und zwei enthielten sich.
Die Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Hochwald hat zwischenzeitlich erklärt, dass sie von ihren bisherigen Plänen Abstand nimmt. Sie hatte entweder den Kauf eines der vier Windräder oder die Beteiligung an der Betriebsgenossenschaft für den Windpark am Schimmelkopf ins Auge gefasst. Nun sagt BEG-Sprecher Henry Selzer: "In den seit einigen Monaten geführten Verhandlungen mit Juwi hat sich zunehmend herausgestellt, dass es nicht zu einer Einigung über einen Kaufpreis kommen wird."
In direkter Nachbarschaft zum Schimmelkopf plant die Ortsgemeinde Waldweiler (Verbandsgemeinde Kell) am Teufelskopf - ebenfalls mit Juwi als Vertragspartner - den Bau von drei weiteren Windrädern. Dieser Standort ist in der politischen Diskussion in der VG Kell aber nach wie vor sehr umstritten.