Mehr Pro als Kontra für Nationalpark

Mehr Pro als Kontra für Nationalpark

Eine politische Mehrheit in der Hochwaldregion ist dafür, das Nationalparkprojekt weiter zu verfolgen. Das ergibt sich aus den Abstimmungen zum kommunalen Eckpunktepapier, das aus lokaler Sicht die Forderungen und Positionen zum Nationalpark zusammenfasst. Unabhängig davon gibt es je eine Bürgerinitiative Pro und Kontra Nationalpark. Unsere Zeitung gibt einen Überblick, wie die Gremien in den vier betroffenen Landkreisen entschieden haben.

Hermeskeil/Birkenfeld. In den zurückliegenden Wochen haben in der Hochwaldregion viele Lokalpolitiker ihre Stellungnahme zum kommunalen Eckpunktepapier in Sachen Nationalpark abgegeben. "Das Papier ist sozusagen unser Bewerbungsschreiben an das Land, das auch unsere Gehaltsforderungen enthält", zieht Michael Hülpes, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil einen anschaulichen Vergleich. In den politischen Gremien der vier Landkreise, über die sich das rund 10 000 Hektar große Schutzgebiet erstrecken würde, gab es zwar mehrheitlich zustimmende Beschlüsse zum Eckpunktepapier. Meist waren sie aber mit der ausdrücklichen Einschränkung versehen sind, dass dies noch kein Ja zum Nationalpark selbst bedeutet.
Der Kreistag Trier-Saarburg hat sich Anfang März hinter das Eckpunktepapier gestellt. Nur die FDP-Fraktion war dagegen. Der Kreis Trier-Saarburg würde rund 1170 Hektar Staatswald in die Gebietskulisse des Nationalparks einbringen. Davon wären die Gemarkungen der drei Orte Damflos, Neuhütten und Züsch berührt, die alle zur VG Hermeskeil gehören. Deren Rat hat die Eckpunkte vorige Woche mit nur einer Gegenstimme akzeptiert.
Auch der Ortsgemeinderat Züsch sieht den Nationalpark positiv. Die Ortsgemeinde Neuhütten hat noch keine Entscheidung zum Eckpunktepapier getroffen. Sie fordert wegen ihres großen Flächenanteils von 870 Hektar besondere Mitwirkungsrechte bei der Gründung des Nationalparks. Der Rat von Damflos lehnt den Nationalpark ab. Er stützt sich dabei auf das Ergebnis einer vorherigen Bürgerumfrage. Dabei hatten knapp 70 Prozent der Bürger - unter anderem wegen der Brennholzfrage - die Gemeinde aufgefordert, gegen das Projekt zu stimmen.
Der Kreistag Bernkastel-Wittlich hat bereits im März 2012 die Einrichtung eines Nationalparks im Idarwald-Hochwald mehrheitlich abgelehnt. Diesen Beschluss hat der Kreisausschuss erst kürzlich bestätigt.
Die Gemeinde Morbach zählte von Anfang an zu den Gegnern des Nationalparks. Der Morbacher Rat befürchtet unter anderem, dass Arbeitsplätze in den Sägewerken vor Ort verloren gehen. Allerdings bleibt ihr Gemeindegebiet bei der aktuellen Suchraumkulisse für den Nationalpark außen vor.
Die VG Thalfang hat das Nationalpark-Projekt bisher "kritisch-offen" begleitet. Sie hätte gern, dass das Hunsrückhaus am Erbes kopf ein Eingangstor für den Nationalpark wird. Die Entscheidung zum Eckpunktepapier steht wegen der Wahl des VG-Bürgermeisters am 21. April noch aus. Das Thema soll Anfang Mai behandelt werden. Von den vier direkt betroffenen Orten haben drei Räte - teils mit Ergänzungswünschen - dem Eckpunktepapier zugestimmt - und zwar Hilscheid, Deuselbach und Thalfang.
Malborn
lehnt den Park hingegen grundsätzlich ab. Der Rat sieht dadurch unter anderem Probleme für seineWindkraftpläne und fürchtet zu viel Wild im Wald.
Der Kreistag des Landkreises Birkenfeld, auf dessen Gebiet der weitaus größte Teil der ins Auge gefassten Fläche liegt, hat die Eckpunkte einstimmig abgesegnet. Auch die Räte der beiden betroffenen VG Birkenfeld und VG Herrstein befürworten das Papier - Herrstein einstimmig, Birkenfeld mehrheitlich. In den 34 Orten der VG Herrstein steht eine große Mehrheit dem Vorhaben positiv gegenüber. 19 Räte haben sich mit dem Papier beschäftigt - und durchweg dafür votiert.
In der VG Birkenfeld ist das Bild uneinheitlich: Von den elf Anrainer-Gemeinden haben bisher allein Hattgenstein und Achtelsbach die Eckpunkte akzeptiert. Die Räte von Brücken, Buhlenberg, Rinzenberg, Oberhambach, Siesbach, Börfink, Schwollen und Leisel haben bisher noch keinen Beschluss zu den Eckpunkten gefasst. Abentheuer hatte seinerzeit schon eine Interessenbekundung abgelehnt.
Im Saarland befürwortet der Kreistag St. Wendel den Nationalpark. Er hat jedenfalls den Eckpunkten mit großer Mehrheit zugestimmt.
Der Rat der Gemeinde Nohfelden hat sich hingegen ablehnend zum Nationalpark geäußert und das Papier einstimmig abgelehnt. Die Nohfeldener sehen durch das Projekt unter anderem die geplante Erweiterung des Golfplatzes in Eisen in Gefahr.
Der Rat der Gemeinde Nonnweiler sieht den Nationalpark positiv und hat dem Papier geschlossen zugestimmt. Die Nonnweilerer hoffen, dass der im Bau befindliche Keltenpark bei Otzenhausen ein Tor zum Nationalpark wird.

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