Mehr Raum für Besinnlichkeit

Es soll ein Raum sein, in dem Menschen Ruhe und Trost finden. Doch viele empfinden beim Betreten der Kapelle im Kreiskrankenhaus St. Franziskus nur bedrückende Enge. Das soll sich nun ändern: Der Förderverein des Hospitals hat einen Neubau ins Auge gefasst.

 „Ortsbegehung“ der alten Kapelle: Vor allem die niedrigen Decken und das fehlende Tageslicht führen zu Klagen. TV-Foto: Ursula Quickert
„Ortsbegehung“ der alten Kapelle: Vor allem die niedrigen Decken und das fehlende Tageslicht führen zu Klagen. TV-Foto: Ursula Quickert

Saarburg. Es war ein verheißungsvoller Auftakt: Initiatoren und potenzielle Spender haben sich zum ersten Mal getroffen, um sich über die Errichtung einer neuen Kapelle am Kreiskrankenhaus auszutauschen. Kernproblem ist die Finanzierung: 300 000 Euro soll der Neubau nach derzeitigen Planungen kosten. An dieser Summe wird sich das Bistum Trier mit bis zu 75 000 Euro beteiligen. Das berichtete Dieter Schmitt, der Vorsitzende des Fördervereins. Zweiter Geldgeber ist mit 50 000 Euro das Krankenhaus selbst. Das bedeutet: Der Löwenanteil muss über Spenden erwirtschaftet werden - zum Beispiel mithilfe von Veranstaltungen und Projekten wie einem Imagefilm.Die mangelhafte Raumatmosphäre in der derzeitigen Kapelle und die Klagen vieler Besucher motivieren Schmitt, die ehrgeizige Aufgabe anzugehen. "Es gibt dort kein Tageslicht, viele Menschen empfinden wegen der niedrigen Decke Platzangst, und die Belüftung ist sehr schlecht", erklärt Schmitt. Insbesondere im Sommer steigen die Temperaturen in dem Raum schnell an, der sich im Innern des Krankenhauses befindet. Das Krankenhauspersonal setze dann Aggregate ein, um die Luft zu kühlen. Rege genutzt wird die Kapelle dennoch - auch über Saarburg hinaus. "In den Gottesdiensten sind zwei Drittel der Plätze besetzt", sagt der Krankenhausseelsorger Michael Zimmer. Besonders Menschen mit Kreislaufproblemen hätten aber mit der schlechten Luft zu kämpfen. Von dem Neubau verspricht sich Zimmer auch, dass ein Raum für Seelsorgegespräche geschaffen wird. Einen solchen gibt es bislang noch nicht. Zum Zeitpunkt der Planung sagte Schmitt: "Entweder gehen wir es jetzt an oder nie." Denn im Moment befinde sich das gesamte Krankenhaus in einer Umbauphase - und die müsse man nutzen. Ein Ort für die neue Kapelle ist bereits gefunden. Nach den Planungen des Architekturbüros Jäger-Henter-Weimann in Serrig soll sie an der Rückseite des Krankenhausgebäudes in der Nähe des Parkplatzes angebaut und als ökumenisches Gebetshaus eingerichtet werden. Die Größe bleibt mit 90 Quadratmetern gleich, und auch die Innenausstattung wird zum größten Teil wiederverwendet. Der neue Raum soll aber durch eine große Fensterfläche natürlich beleuchtet werden.Dass der Aufsichtsrat des Krankenhauses seine finanziellen Unterstützung zugesagt hat, lässt sich nach Geschäftsführer Holger Brandt mit der verbesserten Versorgung der Patienten begründen. Nicht nur der Körper, sondern auch die Seele der Patienten müsse gesunden, erklärte Schmitt. Die Kapelle sei zudem Rückzugsraum für Menschen, die in Sorge um einen kranken Angehörigen sind. "Sie befinden sich oft in einer ausweglosen Situation. In der Kapelle sollen sie Trost finden - und nicht, wie derzeit, eine bedrückende Stille."