Mehr Raum fürs Ganztagsangebot

Die Pläne für den Ausbau der Grundschule Nittel sind da. In einem Anbau sollen eine Mensa, ein Klassenraum und ein Schulleiterbüro untergebracht werden. Das Projekt gehört zu den größten in der Verbandsgemeinde (VG) Konz. In Sanierung und Umbau werden insgesamt 1,8 Millionen Euro gesteckt.

Nittel/Konz. Seit Schuljahresbeginn nutzen 50 Kinder das Ganztagsangebot der Grundschule Nittel. Im Dezember 2010 hatte die Schule vom Land die Erlaubnis für den Ganztagsunterricht bekommen (der TV berichtete). Bisher müssen die Lehrer noch improvisieren. Es gibt zwar ein Esszimmer, in dem die "Ganztagskinder" das vom Krankenhaus in Saarburg gelieferte Mittagessen verputzen können. Insgesamt herrscht aber Platzmangel. Die rechtlichen Raumvorgaben - die Einrichtung einer Mensa und zweier Extra-Ganztagsräume - werden bisher nicht erfüllt.
Das soll sich bald ändern. Mit Blick auf die demografische Entwicklung in Nittel wird das auch notwendig. Der Obermoselort ist 2010 um 2,5 Prozent gewachsen und hat 2359 Einwohner. Sollte das neue Baugebiet Wiesengraben erschlossen werden, setzt sich dieser Trend fort. "Wir gehen davon aus, dass die Schülerzahlen weiter steigen", brachte Bürgermeister Karl-Heinz Frieden die Entwicklung bei der jüngsten Sitzung des VG-Rats auf den Punkt. Dort wurden erstmals die Pläne des Konzer Architekturbüros Hennen & Aussems für den Anbau vorgestellt.
Künftig mehr Schüler erwartet


Der geplante Gebäudeteil würde sich an die bestehende Schule anschließen. Auf 274 Quadratmetern nutzbarer Fläche sind eine Mensa samt Küche und Lager, ein Klassenraum, ein Schulleiterbüro mit Geschäftszimmer und sanitäre Anlagen geplant. Das Ganze kostet fast eine Million Euro. 411 000 Euro kommen vom Land, 64 000 Euro vom Kreis, den Rest trägt die VG.
Zwar fehlten dann immer noch ein Ruhe-, ein Spiel-, ein Musik- und ein Werkraum, aber dafür sei nicht genug Geld da, sagt Schulleiter Franz-Jürgen Mertens. Um den Schulhof nicht noch mehr zu verkleinern, seien die aktuellen Pläne die optimale Lösung.
Zurzeit laufen auch noch die Arbeiten an den bestehenden Schulgebäuden. Im dritten Abschnitt wird für 318 000 Euro die Schulturnhalle energetisch saniert. Die Außenwände werden, wie bereits die des Schulgebäudes, neu gedämmt. Die südliche Hallenfassade wird auch neu gestaltet. Unter anderem sollen die alten Glasbausteinfelder durch wärmegedämmte Leichtmetallfenster ersetzt werden. So erhalte die Halle eine deutliche horizontale Betonung, sagen die Architekten. Die Bauarbeiten an der Hallenfassade starten wahrscheinlich noch dieses Jahr. Nächstes Jahr folgen Arbeiten im Innern. Der Sportunterricht wird dann entweder nach Grevenmacher oder nach Wasserliesch verlegt. Die Entscheidung falle am Jahresende, sagt Achim Lutz, Pressesprecher der Verbandsgemeindeverwaltung in Konz.
Die Arbeiten am Anbau starten 2012. Zum Schuljahr 2012/13 sollen alle Arbeiten abgeschlossen werden. Bis dahin müssen die Schüler und Lehrer improvisieren. "Wir wären froh, wenn endlich mal alles fertig wäre", sagt Schulleiter Mertens. "Dann könnten wir in Ruhe Lesen, Schreiben und Rechnen lernen." Ganztagsschulen: Die beiden größten Ganztagsschulen in der Verbandsgemeinde Konz sind das Gymnasium und die Realschule plus in Konz. Hinzu kommen die Konzer Grundschulen St. Nikolaus und St. Johann sowie die Grundschulen Wiltingen und Nittel. Während der Kreis Trier-Saarburg Träger der weiterführenden Schulen ist, ist die VG beziehungsweise die Stadt Konz Träger der Grundschulen. cmk

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