Mehr Spielraum

IGEL. Unvorhersehbare Einnahmen - unvorhersehbare Ausgaben. Das sind die Stoffe, die einen Nachtragsetat notwendig machen.

Infolge des Jahrhundertsommers haben sich die Einnahmen im Kordeler Freibad erfreulich entwickelt. Statt der eingeplanten 60 000 Euro, entrichteten die Badegäste einen Obolus von 100 000 Euro. Das führte allerdings auch zu Mehrausgaben (Bewirtschaftung, Unterhaltung) von 17 000 Euro. Die beiden Summen waren einer der Gründe, warum der Verbandsgemeinderat Trier-Land über den ersten Nachtragshaushalt zu Tische saß.Insgesamt hat sich das Ergebnis des Verwaltungshaushaltes um 75 000 Euro verbessert, unter anderem auch wegen der Erhöhung von Schlüsselzuweisungen um 48 000 Euro. Auf der Ausgabenseite schlägt der ungeplante Hochwassereinsatz vom Januar mit 21 000 Euro zu Buche. Die Unwetterschäden führten dazu, dass der Etat für die Gewässer dritter Ordnung (Bäche) um 15 000 Euro aufgestockt werden musste.Leichte Erhöhung des Schuldenstands

Erfreulich: Der Jahresabschluss 2002 brachte ein Ergebnis, das besser als geplant ausfiel. Die 50 000 Euro, die als Fehlbetrag einkalkuliert waren, müssen nicht aufgebracht werden.Fazit im Verwaltungsetat: Das Ergebnis verbessert sich um 75 000 Euro: Vom Vermögenshaushalt müssen statt eingeplanter 109 000 Euro nur 34 000 transferiert werden. Die Rücklage kann auf 100 000 Euro aufgestockt werden, liegt aber immer noch unter dem Pflichtrücklagenbestand von 174 000 Euro.Im Vermögenshaushalt schlägt besonders die Erneuerung des Bodens der Turnhalle in Butzweiler zu Buche. 80 000 Euro sind dafür erforderlich.Da für das Feuerwehrgerätehaus in Schleidweiler bereits in diesem Jahr Geld gebraucht wird, wird der Etat um weitere 90 000 Euro erhöht. Für die Erneuerung von Heizanlagen in Schulen und Turnhallen müssen zusätzlich 26 000 Euro locker gemacht werden. Da Planungen beziehungsweise Bau einiger Feuerwehrgerätehäuser zurückgestellt werden, kommt es im Gegenzug zu Reduzierungen von 75 000 Euro.Um den Etat finanzieren zu können, ist allerdings eine Kreditaufnahme von 40 000 Euro erforderlich. Der Schuldenstand der Verbandsgemeinde Trier-Land erhöht sich damit von 7,68 auf 7,72 Millionen Euro.Neues Gerätehaus für Trierweiler

Die Sprecher der Fraktionen signalisierten Zustimmung zu dem modifizierten Zahlenwerk. Bei der Abstimmung enthielt sich dann aber die SPD der Stimme. Helke Schneid hatte moniert, dass geänderte Zahlen (12 500 statt 15 000 Euro) für den Kauf des alten Feuerwehrgerätehaus in Schleidweiler durch die Gemeinde Zemmer bereits im Nachtragsetat enthalten seien, obwohl das Gebäude noch nicht veräußert sei. Bürgermeister Wolfgang Reiland und die übrigen Fraktionen sehen dies dagegen als ganz normalen Verwaltungsvorgang.Ein wenig blickten die Kommunalpolitiker auch schon in die Zukunft. Aus dem Investitionsprogramm für 2004 ragen der Neubau des Gerätehauses Trierweiler (220 000 Euro) und die Erneuerung des Bodens der Igeler Turnhalle (100 000 Euro) heraus. Den Beschluss zum Neubau des Gerätehauses fasste der Rat mit den Stimmen aller Fraktionen. "Danke, dass wir zum Zuge kommen. Wir waren bisher eine Diaspora", dankte Ortsbürgermeister Peter Schuster. Seine Gemeinde sei ein kräftiger Zahler von Umlagen. Schuster: "Wir haben unseren Part erfüllt."Getrübt wird die Freude dadurch, dass der Landeszuschuss voraussichtlich erst in acht Jahren gezahlt wird. Die VG muss diesen Anteil vorfinanzieren. Zusätzliche Kosten: etwa 30 000 Euro. "Dieses Geld fehlt an anderer Stelle", sagte Karl Heinrich Orth (CDU).

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