Mehr Trunkenheit am Steuer: Polizei verschärft Alkoholkontrollen

Mehr Trunkenheit am Steuer: Polizei verschärft Alkoholkontrollen

Gemischte Bilanz: Weniger Schwerverletzte, aber mehr Unfälle unter Alkoholeinfluss gab es im Bereich der Polizeiinspektion Saarburg im vergangenen Jahr. Vier Menschen sind bei Unfällen gestorben.

. Vier Menschen haben im vergangenen Jahr im Raum Konz, Saarburg und Zerf ihr Leben verloren. Das geht aus der Unfallstatistik der Polizeiinspektion (PI) Saarburg hervor. Alle diese Unfälle ereigneten sich im ersten Halbjahr 2010. Auch 2009 gab es vier Tote. "Als tödlich gilt ein Unfall dann, wenn das Opfer bis zu 30 Tage danach stirbt", erklärt Markus Kohl, Chef der PI Saarburg.

Erfreulicher ist für die Polizei aber, dass nicht nur die Gesamtzahl der Unfälle (1472) zurückgegangen ist. Es gab auch weniger Verletzte (2010: 236, 2009: 271). Die Zahl der Schwerverletzten ist sogar um fast 34 Prozent gesunken.

"Das ist recht ordentlich", sagt Kohl. Eine Erklärung hat er nicht: "Das wäre reine Spekulation." Grundsätzlich sei zu schnelles Fahren die Hauptursache bei Unfällen.

Nicht erfreulich: Die Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss sind mit rund 15 Prozent deutlich angestiegen. Von 44 Unfällen waren 18 mit Verletzten, einer davon - in Zerf - mit einem Toten.

"Wir ziehen unsere Kontrollmaßnahmen noch stärker an, weil es nicht anders geht", sagt Kohl. Es seien vor allem die Autofahrer über 40, die diesbezüglich auffallen, erzählt er. "Bei den jungen Fahrern hingegen ist der Trend sehr positiv", erzählt Kollege Wolfgang Hein, der in Schulen Präventionsarbeit leistet.

Über 40-Jährige fahren gerne zu schnell



Ohnehin hat sich in dieser Gruppe einiges getan: Die 18- bis 24-Jährigen sind zwar immer noch überproportional oft an Unfällen mit Verletzten beteiligt. Die Unfallzahlen waren allerdings seit zehn Jahren nicht mehr so niedrig wie 2010 (der TV berichtete). "Bei den jungen Fahrern ist das Verständnis für nüchternes Fahren eher da", sagt Hein. Zudem spiele die 0,0-Promille-Grenze bei Fahranfängern eine wesentliche Rolle.

Nach wie vor auf fast gleichem Niveau ist die Zahl der Wildunfälle (422). "Vor allem an der B 268 bei Pellingen im Bereich Dreikopf kommt es sehr häufig zu Zusammenstößen", sagt Kohl. Dort gebe es viel Rotwild. Das überquert die Straße bevorzugt im Familienverbund. "Leider sind Wildunfälle sehr schwer zu beeinflussen", erklärt er.

In der Regel bleibe es bei Kollisionen mit Hirsch, Reh, Fuchs oder Wildschwein aber bei Blechschäden. Wieder zurückgegangen sind die Unfallfluchten - allerdings von einem sehr hohen Niveau im Jahr 2009.

Die Aufklärungsquote liegt nur bei rund 39 Prozent. Kohl: "Leider haben viele Zeugen Hemmungen, sich bei uns zu melden, wenn sie etwas bemerkt haben." Der schneereiche Winter Ende 2010 hat laut Kohl übrigens keine nennenswerten Auswirkungen auf die Bilanz: "Was Schöneres konnten wir nicht haben.

Es waren viel weniger Menschen unterwegs und wir haben dadurch nicht mehr Unfälle gehabt."

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