Mehrgenerationenhaus ist nun komplett

Mehrgenerationenhaus ist nun komplett

Mit zwei neuen Angeboten ist das Konzept des Mehrgenerationenhauses in Saarburg komplett. Die Kinderbetreuung wird ausgebaut, und auch das integrative Begegnungscafé steht in den Startlöchern. Möglich macht dies der fertige Neubau neben der alten Glockengießerei.

Saarburg. Der Mai macht im Saarburger Mehrgenerationenhaus (MGH) zwar nicht alles neu, aber das Angebot komplett. "Wir sind jetzt im Prinzip vollständig", sagt Anette Barth.
Seit 2008 ist das Saarburger Mehrgenerationenhaus auf dem Gelände der ehemaligen Glockengießerei eingegliedert. Ende 2008 gab der Stadtrat grünes Licht für den Neubau neben der Glockengießerei. Rund zwei Millionen Euro kostet das Gebäude, dessen Hauptraum durch große Fenster und ein Glasteil im Dach hell und freundlich wirkt. 65 Prozent der Kosten werden durch eine Förderung des Landes Rheinland-Pfalz finanziert. Den Rest, 700 000 Euro, teilen sich der Kreis Trier-Saarburg mit 25 Prozent, die Verbandsgemeinde Saarburg (37,5 Prozent) und die Stadt Saarburg (37,5 Prozent).
Im Mai starten zwei wesentliche Bereiche des MGH: das Kinderbetreuungskonzept und das integrative Begegnungscafé Urban. "Die Kinderbetreuung und der offene Treff, den das Café darstellt, gehören zur verpflichtenden Zielvereinbarung, die wir erfüllen müssen", sagt Barth. Das hänge mit Fördermitteln für das MGH zusammen.
Kinderbetreuung ist an sich nicht neu - so gibt es bereits Eltern-Kind-Gruppen und das Ferienprogramm der Kinder- und Jugendkunstschule. Dienstags und donnerstags werden ab 3. Mai bis zu sechs Kinder von 9 bis 12 Uhr im "Club 130" des MGH betreut. "Eltern können ihre Kinder bis zu einem Tag vorher anmelden", sagt Jutta Knospe, pädagogische Leiterin im MGH. Die Ein- bis Dreijährigen werden von ausgebildeten Erzieherinnen und Tagesmüttern betreut. Die Drei-Stunden-Betreuung kostet zwölf Euro (Alleinerziehende zahlen acht Euro).
In den Startlöchern steht zudem die sogenannte Randzeitenbetreuung: Zwischen 6 und 8 Uhr und 16 und 18 Uhr, wenn die Krippen und Kitas noch oder schon geschlossen sind. Auch dort gibt es sechs Plätze.
"Wir werden darauf achten, dass die Plätze an Frauen gehen, die das nötig haben", sagt Knospe. Das Angebot richtet sich vor allem an Frauen aus der Verbandsgemeinde Saarburg, die beispielsweise alleinerziehend sind, sich noch in der Ausbildung befinden oder im Schichtdienst arbeiten.
"Wir gehen mit den Angeboten auf vorhandene Bedürfnisse im ländlichen Raum ein, die bisher noch nicht gedeckt werden konnten", sagt Leo Lauer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg und Vorsitzender des Lokalen Bündnisses für Familie (siehe Extra). "Damit kommen wir unserer Netzwerkfunktion immer näher."
Integratives Begegnungscafé: Das Café Urban steht ebenfalls in den Startlöchern. Das nichtkommerzielle, vom Lokalen Bündnis für Familie geführte Café soll eine Begegungsstätte werden - besonders auch für Menschen mit Handicap oder für jene, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Täglich außer montags soll es bald im Café im hellen Neubau von 11 bis 18 Uhr Kaffee, Kuchen und kleine Bistrogerichte geben.
Im Sommer, voraussichtlich im Juli, wird das Mehrgenerationenhaus dann auch noch mal im Rahmen eines Bürgerfestes offiziell eingeweiht.