Mehrheit ist für die Umgehung

AYL. Die Befürworter der Umgehungsstraße gehen in die Offensive. Im Gespräch mit dem TV haben sie ihre Argumente vertieft.

Rund 20 Ayler, unter ihnen auch Ratsmitglieder, sind ins Bürgerhaus gekommen, an ihrer Spitze Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger, der gleich zu Beginn klarstellt: "Zu der Umgehungsstraße gibt es keine Alternative."Wachgerüttelt durch den Protest in der Gemeinde (der TV berichtete), wollen die Befürworter auch auf die Behauptungen der Umgehungsgegner eingehen, die sie für mitunter an den Haaren herbeigezogen halten."Seit 40 Jahren kämpft das Dorf für die Umgehung", sagt Jürgen Feith. Büdinger untermauert diese Aussage mit Fakten: Bereits 1965 sei in Abstimmung mit den Behörden die Trasse im Gemeinderat festgelegt worden. Seitdem sei die Umgehung stets einstimmig gefordert worden."Durch die Umgehung wird kein Mensch gefährdet. Aber wenn an der Ortsdurchfahrt die Kinder nur drei Meter vor der Haustür stehen, werden sie fast vom LKW-Sog mitgerissen", weiß Christel Baack. Die Abstände zur Bebauung seien bei der Umgehungsstraße wesentlich größer, ergänzt der Ortsbürgermeister. Und die neuen Baugebiete seien unter Berücksichtigung der Trassenführung für die Umgehung geplant und beschlossen worden.Einig sind sich die Anwesenden, dass das Dorfleben zwischen den Wohngebieten oberhalb und unterhalb der viel befahrenen Bundesstraße pulsiert. "Und deshalb besteht keine Möglichkeit, die Gefahr durch den Verkehr zu bannen", sagt Erhard Reis, "es sei denn, durch die Umgehungsstraße".Dem Argument, Fremdenverkehr, Natur und Landschaftsbild würden durch die Umgehung in Mitleidenschaft gezogen, wie die Gegner des Projekts behaupten, halten die Befürworter entgegen, dass solche Fragen von Fachleuten im Rahmen des (noch folgenden) Planfeststellungsverfahrens geklärt und abgewogen werden müssten. Der Gemeinderat habe Verständnis für die Belange der Anwohner, die an der neuen Trasse wohnen. Aber das Gremium müsse das Wohl der gesamten Bevölkerung in Ayl und Biebelhausen (der Ortsteil werde durch die Umgehungsstraße ebenfalls vom Verkehr entlastet) berücksichtigen.Häuser werden nicht abgerissen

Völlig abwegig sei es aber, so Ortsbürgermeister Büdinger, zu behaupten, dass für die Umgehungsstraße Häuser abgerissen werden müssten: "Das ist nicht vorgesehen."Für eine Mär halten die Befürworter die Behauptung, dass jene, die im Neubaugebiet wohnen, nichts gewusst haben oder nicht über die geplante Umgehung informiert worden seien. Sie verweisen auf Presseberichte oder auf das Transparent am Ortseingang. "Ich habe jeden Grundstückskäufer aufmerksam gemacht", sagt Büdinger.Völlig falsch beurteilten die Umgehungsgegner die Stimmungslage im Dorf. Die weit überwiegende Mehrheit sei für die Umgehungsstraße.