1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

„Meine Hilfe zählt“:  Der Verein Erlebniswerkstatt Saar unterstützt ist in Not.

Meine Hilfe zählt : Damit es trotz Pandemie im Sommer weitergeht

„Meine Hilfe zählt“:  Der Verein Erlebniswerkstatt Saar unterstützt Gruppen dabei, sich selbst und die anderen besser zu verstehen. Jetzt ist er in Not.

Ein Floß kann man nicht allein bauen. Es braucht mehrere Leute und wenn es nicht hält, sinkt man. Das bedeutet: Jeder der mitbaut, hat Einfluss auf das Ergebnis. Floßbau ist eines der Angebote der Erlebniswerkstatt Saar – eine Möglichkeit für Klassen oder Teams, gemeinsam etwas zu tun und dabei viel über sich selbst und die Gruppe zu erfahren.

Andreas Puschnig ist der pädagogische Leiter der Erlebniswerkstatt, die an drei Standorten – Taben-Rodt, Kell am See und Mettlach-Dreisbach (Landkreis Merzig-Wadern) – sowie mobil Gruppen begleitet, bei Aktionen vom Floß- oder Baumhausbauen übers Kanufahren bis hin zu Teamtagen im Hochseilgarten. Es gehe immer darum, Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, in der Gruppe, draußen, auf dem Land und im Wasser, spielerisch, erklärt er kurz, was Fachleute unter Erlebnispädagogik verstehen.   Hinter dem Outdoor-Spiel und -Spaß verbirgt sich allerhand.

Foto: TV/Erlebniswerkstatt Saar e.V.

„Es ist ein Bildungsangebot, es geht um soziales Lernen“, sagt Puschnig. Beispielsweise beim Floßbau könnten Fragen wie „Was traue ich mir zu?“, „Wie gehe ich mit Herausforderungen um?“ oder „Wie bringe ich mich in der Gruppe ein?“ beantwortet werden.

Foto: TV/Erlebniswerkstatt Saar e.V.

Das Lernen geschieht nebenbei, während etwa beim Floßbau Fässer, Bretter und Seile zusammengefügt werden. Vorab begrüßt das Team um Puschnig die Klassen oder Vereinskollegen. Jeder stellt sich vor, auch damit die Pädagogen sich einen ersten Eindruck von der Gruppe machen können. Und nach der Floßfahrt reflektieren alle, wie sich der Einzelne eingebracht hat, welche Grenzen überschritten wurden, welche Rolle wer hatte und welches Gefühl dabei aufkam.

MHZ Spendenstand 1905 Foto: TV/Schramm, Johannes

Die Angebote werden gut angenommen. Besonders beliebt seien Kooperations- und Vertrauensübungen, sagt Puschnig. Doch zurzeit liegt aufgrund der Corona-Krise alles auf Eis, auch die geplante ZDF-Reportage. Der sonst volle Terminkalender ist leer, alles storniert bis Ende Mai.

Der Verein hat Strategien entwickelt, um zu überleben: „Alles runterfahren, keine Kosten verursachen“, nennt Puschnig Plan A. Für ihn selbst bedeutet dies Kurzarbeit. „Trotz dieser Maßnahme und der Corona-Soforthilfe können wir das als Einrichtung nicht mehr lange durchhalten“, sagt er. Plan B ist „Meine Hilfe zählt“. Und der Verein kann hoffen.

Das Projekt „Überlebenshilfe Erlebniswerkstatt Saar“ ist bereits über die Hälfte finanziert. 3600 Euro braucht der Verein, um den Betrieb bis August aufrechterhalten zu können, 2730 Euro um renovieren zu können. TV-Leser haben schön kräftig gespendet. Fast der gesamte Betrag, um die  Fixkosten – Miete fürs Büro, Pacht oder Versicherungen – weiterhin zahlen zu können, ist zusammengekommen.

 Puschnig und Ehrenamtliche würden die unfreiwillig gewonnene Zeit gerne nutzen, um einen Kanu-Unterstand für die Boote zu bauen und das Outdoor-Camp auf dem Vereinsgelände in Taben-Rodt instand zu setzen.  Doch das Geld fürs Material fehlt.

TV-Leser können unter der Projektnummer 79844 spenden, damit die Erlebniswerksatt Saar die Corona-Krise übersteht und anfallende Arbeiten erledigen kann.     Denn im Sommer soll es weitergehen und es sollen Menschen von den Angeboten profitieren – in schwindelerregender Höhe auf Seilen oder mit dem Floß auf dem See. Und immer geht es darum, mehr über sich und die Gruppe zu lernen sowie  brachliegende Fähigkeiten zu entdecken.