"Menschen machen es aus"

"Die Menschen machen es aus" - so kurz und prägnant hat jüngst der Direktor der Trierer Arbeitsagentur, Hans Dieter Kaeswurm, das erfreuliche Phänomen der niedrigen, ja beinahe nicht existenten Arbeitslosigkeit im Hochwald erklärt.

In Zeiten, in denen rund um Hermeskeil oft nur die Negativmeldungen, beispielsweise über Geschäfts- und Firmenschließungen und die Probleme des Einzelhandels im Vordergrund stehen oder Nackenschläge wie die Schließung der Bundeswehrkaserne hingenommen werden müssen, kann die heimische Bevölkerung auf dieses Lob zu Recht stolz sein. Nein, gesegnet ist dieser Landstrich wahrlich nicht. Er gilt deshalb auch als infrastrukturell benachteiligter Raum. Was diesen kernigen Menschenschlag der Hochwälder aber auszeichnet, ist, dass er zupacken kann und sich selbst aus dem Schlamassel zieht. Wer vor Ort keine Arbeit findet, macht aus der Situation eben das Beste, setzt sich ins Auto und fährt oft viele, viele Kilometer dorthin, wo er Lohn und Brot findet - das ist ein tausendfach belegbares Beispiel. Hinzu kommt das, was Experten als "soziale Kontrolle" bezeichnen. Anders als im anonymeren städtischen Bereich kann man es sich in den vielen kleinen Hochwalddörfern nämlich nicht so leicht in der Hängematte der staatlichen Hilfsleistungen bequem machen. Denn Arbeitslosigkeit gilt dort noch als echtes Manko und beschleunigt bei den Betroffenen die Bereitschaft, selbst Initiative zu ergreifen und sich zu sagen: "Dass muss ich so schnell wie möglich abstellen." Auch diese Einstellung ist ein Mosaikstein, der die Traumquote im Hochwald erklärt. a.munsteiner@volksfreund.de