Messe für junge Berufsstarter

Mit insgesamt 20 vertretenen Betrieben, drei davon waren zum ersten Mal dabei, hat die fünfte Bildungsmesse der Berufsbildenden Geschwister-Scholl-Schule (BBS) Hermeskeil 500 Schüler angelockt.

Hermeskeil. Nicht alle haben schon ein klares Ziel vor Augen. Achtklässler können sich ja noch etwas Zeit mit ihrer Berufsentscheidung lassen. Doch für Ältere wie Karim (14) sind die Weichen oft gestellt. Er bestaunt einen Umkehrkreisel, der sich kopfüber dreht, aber immer wieder auf dem Fuß landet. "Das hat mit Physik zu tun", sagt er.
Genau das wollen die Auszubildenden der saarländischen Firma Diehl erreichen: Interesse wecken. "Das ist alles selbst gemacht", erklärt Kevin Becker, der Jüngere für seinen Beruf begeistern will. "Als Industriemechaniker ist man ein Allrounder."
Realschülerin Jennifer (14) hat sich bereits entschieden, Erzieherin zu werden. Dennoch begrüßt sie die Bildungsmesse: "Da kann man ein paar Eindrücke gewinnen." So wie Parminder Kaner (18), die Betriebswirtschaftslehre studieren möchte und sich informierte, welche Firmen Duale Studiengänge anbieten.
Der Berufswunsch der Reinsfelder Schüler Michael (14) und Jannik (15) ist Werkzeug- oder KFZ-Mechaniker, weshalb sie bei Tim Wittrock von Siegenia-Aubi vorbei schauten. Erste Betriebs-Praktika haben sie darin bestärkt.
Gute Startbedingungen


Die fünfte Bildungsmesse der BBS wissen Schulen wie Betriebe zu schätzen. Lubig (Deuselbach/Thalfang), wie Hochwald Foods (Thalfang) und IWM Software (Primstal) erstmals dabei, zeigten aus gutem Grund Flagge. "Wir haben drei Azubis, würden aber gern drei oder vier weitere Zerspanungsmechaniker ausbilden", sagte Martina Wilms. Doch für junge Leute ohne Führerschein liege das Werk zu abseits. Dabei biete Lubig mit bundesweit 180 Beschäftigten gute Startbedingungen, erklärte Klaus Hölzemer. Sie verfügten über einen modernen Maschinenpark, seien mehrfach ausgezeichnet als vorbildlicher Ausbildungsbetrieb und hätten bisher alle Azubis übernommen.
Keine Nachwuchssorgen


Diehl mit 400 Mitarbeitern in Mariahütte und bundesweit 1600 hat laut Eugen Haupenthal bisher keine Nachwuchssorgen. Für sechs technische Ausbildungsstellen gingen an die 100 Bewerbungen ein, aber leider nur von wenigen Mädchen. Bei Kathrin Fuchs vom Hermeskeiler Fenster- und Türenhersteller Teba fragten Schüler öfter nach kaufmännischen als nach handwerklichen Berufen. Einige seien aber sehr interessiert gewesen, was Christopher Kolling von Thyssen Krupp Bilstein (Mandern) bestätigt. Sie wollten vor allem wissen, wie das im Werk so ablaufe, wie die tägliche Arbeit aussehe und mit welchem Gehalt sie rechnen könnten.
Die Bedeutung der Messe sieht Schulleiter Heinz Oberbillig dadurch bestätigt, dass viele Firmen ihre Bewerbungsfristen entsprechend später terminierten. Vor allem aber zeige die BBS als Mittler Schülern auf, wie sie ihre beruflichen Startchancen verbessern könnten.
20 Betriebe und Institutionen stellten sich vor. Mit 180 BBS-Schülern sowie je 100 Gymnasiasten und Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) und Realschule Plus schauten 70 der Grund- und Realschule plus Kell/Zerf vorbei und je 20 der Erbeskopf-Realschule plus und der St. Martinus Schule Reinsfeld. Weitere auf der Messe vertretene Firmen: Agentur für Arbeit, AOK, Barmer, Bundeswehr, Globus, JTI, Kaufland, Polizei, RWE, Sparkasse, Wagner Tiefkühlprodukte. urs