Meter-Stöße im Visier

(Brenn-)Holz ist in der Region noch immer stark gefragt - auch bei jenen, die nichts dafür bezahlen wollen. So wird im Bereich des Forstamts Saarburg immer mehr Holz aus den Wäldern gestohlen. Erstaunlich: Obwohl die Täter bei ihren Beutezügen durchs Unterholz keineswegs unauffällig vorgehen, ist die Aufklärungsquote gleich null.

Saarburg. Irgendwann zwischen dem 23. und 27. Dezember 2008 entwendeten Unbekannte im staatlichen Forstrevier Klink, das zum Forstamt Saarburg gehört, nahe der Hochwald-Gemeinde Mandern rund 45 Raummeter Buchenholz (TV vom 6. Januar 2009). Womit der oder die Täter die jeweils vier Meter langen Holzstücke abtransportiert haben, ist nicht bekannt. Fest steht hingegen: Der groß angelegte Holzdiebstahl im Wald bei Mandern ist im Bereich des Forstamts Saarburg kein Einzelfall. Forstamts-Leiter Helmut Lieser berichtet: "Wir beobachten seit einiger Zeit, dass immer mehr Holz aus den Wäldern abhanden kommt."

Gestohlen würden Meter-Stöße - sprich: auf- und nebeneinander gestapelte Holzstücke mit einer Länge von jeweils einem Meter - aber auch Stammholz mit bis zu zwölf Metern Länge.

Dass komplette Stämme entwendet werden, verwundert dabei zunächst. Denn um sie abtransportieren zu können, müssen die Holzdiebe immerhin schweres Gerät wie Lastwagen oder Traktoren mit Anhängern einsetzen. Damit zu hantieren, dürfte nicht unauffällig vonstatten gehen. Aber: "Wie will ein Außenstehender, der jemanden im Wald beim Verladen von Holz beobachtet, erkennen, ob da alles mit rechten Dingen zugeht?", sagt Lieser.

"Ein Förster hat immerhin die Möglichkeit, den Abfuhrschein zu kontrollieren." Denn jeder, der beim Forstamt Holz bestellt hat, erhält bei der Bezahlung eine Quittung, die als Abfuhrschein dient und die beim Abholen mitgebracht werden muss. Ansonsten sei im Wald eine Überwachung so gut wie unmöglich, sagt Lieser. "Ein Förster kann in einem Revier mit einer Größe von 2000 Hektar nicht überall sein." Obwohl die Fälle von Holzdiebstahl im Bereich des Forstamts Saarburg in den vergangenen Monaten offenbar zugenommen haben, gibt es nach Auskunft von Heribert Kirf vom Kriminaldienst der Polizeiinspektion Saarburg in diesem Zusammenhang nur wenige Strafanzeigen - laut Kirf "etwa drei bis vier pro Jahr". "Das hat möglicherweise damit zu tun, dass viele Diebstähle nicht angezeigt werden - vor allem dann nicht, wenn es sich nur um ein oder zwei Meter Holz handelt." Aufgeklärt werden konnte laut Kirf bislang noch keiner der in Saarburg angezeigten Fälle. Denn: "Bei Holzdiebstahl im Wald haben wir in der Regel so gut wie keine Anhaltspunkte, die uns zu den Tätern führen." Extra Holzdiebstahl und Vorbeugung: Eine wirksame Vorbeugung gegen Holzdiebstahl aus dem Wald ist nach Auskunft von Helmut Lieser kaum möglich. Der Saarburger Forstamts-Leiter rät deshalb: "Wer bei uns - beispielsweise als Selbstwerber - Holz bestellt hat, sollte es nach der Bereitstellung im Wald so schnell wie möglich abholen. Ein Diebstahl gehe nämlich ab diesem Zeitpunkt "auf die Kappe" des Bestellers. Zum Abholen mitzubringen sei die Quittung, sie dient als Abfuhrschein und als Eigentumsnachweis. (hpü)