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Mettlacher Fliegerbombe binnen 23 Minuten entschärft

Mettlacher Fliegerbombe binnen 23 Minuten entschärft

Die am Mittwoch in Mettlach gefundene Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist gestern ohne Probleme entschärft worden. 295 Einsatzkräfte waren vor Ort und sorgten für Sicherheit.

Mettlach. Genau 23 Minuten - dann hat Werner Fuchs die US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Als der Bombenexperte des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gestern um 11.24 Uhr vom Villeroy&Boch-Gelände den Verantwortlichen des Lagezentrums im Mettlacher Rathaus Vollzug meldet, brandet Beifall auf. Eine Minute später ertönt die Sirene - die Sperrungen der Straßen werden aufgehoben, die Leute, die im Radius von 300 Metern wohnen, dürfen ihre Häuser wieder verlassen. Mettlachs Bürgermeister Carsten Wiemann freut sich riesig über die gelungene Aktion. "Dank der professionellen Arbeit der Einsatzkräfte - ob hauptberufliche oder ehrenamtliche - wurde alles hervorragend gemeistert."
Am Mittwoch waren Bauarbeiter im Gelände von V&B auf die Bombe gestoßen - einen Meter lang, mit einem Umfang von 40 Zentimetern und rund 250 Kilo schwer. Eine sofortige Entschärfung war nach Darstellung von Fuchs, der zum Einsatzort gerufen worden war, nicht erforderlich. Grund: Der explosive Fund besitzt einen Standardzünder, wodurch keine Gefahr der Selbstzündung bestehe.
Die Fachleute deckten die Bombe mit Sandsäcken ab - bis zum gestrigen Vormittag. So hatten die Gemeindeverwaltung und die Einsatzkräfte Zeit, die Sicherheitsvorkehrungen vorzubereiten. Seit 6 Uhr gestern Morgen sind insgesamt 295 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Malteser, Mitarbeiter der Gemeinde sowie des Katastrophenschutzes des Landkreises vor Ort. Straßen werden gesperrt, Zugänge abgeriegelt. Unterstützt von seinem Kollegen Reimund Meiser startet Fuchs um 11.01 Uhr mit seiner Arbeit, verfolgt von Kriminaldirektor Gerald Stock, Chef der Abteilung Gefahrenabwehr und Einsatz.
Hammer, Meißel, Rohrzange


Das Werkzeug von Polizist Fuchs: Hammer, Meißel und eine Rohrzange - und eine halbe Dose Rostentferner-Spray, wie er schätzt. "Das Problem war, dass der Zünder der rund 70 Jahre alten Bombe verrostet war", verrät er. Daher hat er nach seinen Worten nicht abschätzen können, wie lange die Entschärfung dauert.
Später nippt Fuchs an einem Kaffee und sieht zu, wie die Bombe vom Bagger in den Wagen des Kampfmittelräumdienstes verladen wird. "Jetzt kommt sie in ein Lager, wo sie entsorgt wird", verrät er. Der Ort bleibt allerdings sein Geheimnis. Marco Nimbler, Sicherheitsbeauftragter von V&B, sowie Pressesprecherin Simone Struve atmen erleichtert auf: "Toll, dass das so reibungslos geklappt hat." So startet Nimbler wenige Minuten nach der Entwarnung wieder die Rechner in dem Unternehmen, das weltweit agiert. Als kurze Zeit später Besucher Park und Museum wieder in Besitz nehmen, erinnern nur noch die rot-weißen Absperrbänder an die 23 Minuten dauernde Entschärfung der Bombe. mst