Mischgebiet ausweisen

Zum Streit um das Gewerbegebiet "Irscher Straße 2" in Beurig:

Seit nunmehr neun Jahren gibt es Streit um das Industriegebiet "Irscher Straße 2" in Saarburg-Beurig. Eine Bürgerinitiative ver-sucht, das Entstehen eines Industrieparks mit juristischen Mitteln zu verhindern. Bei der Umsetzung ihrer Pläne, der Ausweisung eines Industrieparks in Saarburg, ist die Wirtschaftsförderung auf Kompromisse und Zugeständnisse mit den Grundstückseigentümern und der Interessengemeinschaft (IG) angewiesen. Einerseits droht der Zweckverband "Wirtschaftsförderung im Trierer Tal" weiter mit der Büchse der Pandora, in Saarburg Industriegebiet zu erschließen. Andererseits bedeutet die Ausweisung eines großflächigen Industrieparks (etwa 60 Hektar) zwischen Saarburg und Irsch, dass die Stadt sich von der Schaffung neuen Wohnraums verabschiedet, der gerade in Saarburg so dringend benötigt wird, wie Abwanderungsanalysen zeigen. Bei der Ansiedlung von Industrie in unserer Region käme es zu ähnlichen negativen Erfahrungen wie beim Projekt "Irscher Straße 1" - fälschlicherweise als Industriegebiet bezeichnet: Zersiedlung und auf Jahrzehnte "tote Flächen". Denn kein Betrieb ist bestrebt, sich ohne verkehrsgünstige Anbindung, sprich Autobahnanschluss, zu positionieren. Wenn Lothar Weis und Günther Schartz von Anfragen von Unternehmen sprechen, so jedoch immer ohne Roß und Reiter zu nennen. Wer wie der Landrat die berechtigte Forderung der Beuriger nach Ausweisung von Wohngebiet mit dem Hinweis "eines Schildbürgerstreichs erster Klasse" abtut, scheint immer noch nicht begriffen zu haben, dass er wie Don Quijote gegen Windmühlen ankämpft. Die Grundstückseigentümer im Gebiet Irscher Straße 2 sind kaum bereit, sich auf einen Deal mit der Wirtschaftsförderung einzulassen, bei dem sie ihre Wiesen und Acker gegen minderwertige Parzellen eintauschen oder diese weit unter Wert mit 2,80 Euro pro Quadratmeter für den fragwürdigen Industriepark an den Zweckverband veräußern. Zwar ist die IG mit ihrer Klage gegen das inzwischen eingeleitete Baulandumlegungsverfahren unterlegen, klagt jedoch in zweiter Instanz. Wenn sich die Wirtschaftsförderer um Lothar Weis dazu durchringen könnten, das Gewerbegebiet als Mischgebiet in Richtung Irsch im Anschluss an die "Irscher Straße 1" zu erschließen, verbunden mit der Ausweisung von Wohnflächen links und rechts der B 51 (Pläne für das Wohngebiet Antoniusbaum gibt es bereits), bestünde kein Grund mehr für die Beuriger Bürger, ihr gutes Recht gerichtlich durchzusetzen. Durch die Erschließung eines Mischgebiets wird des Weiteren den Immissionsschutz-Vorschriften insoweit Rechnung getragen, dass ein Mindestabstand von 150 Meter an ‚Industriegelände' (Irscher Straße 1) eingehalten ist, und die strittige Lärmschutzfrage der B 51 wäre mit einem links- und rechtsseitigen Bodenschutt-Wall beseitigt. Johannes Pütz, Beurig

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