Miss Hochwald 2019: Perfekter Anfang einer Milchkuhkarriere auf der Verbandsgemeinde-Tierschau in Kell am See

AUS DEM ARCHIV : Perfekter Anfang einer Milchkuhkarriere

Die Miss Hochwald wurde bei der Verbandsgemeinde-Tierschau in Kell am See in ihr Amt eingeführt. Ein Jahr lang bleibt die grazile Dame nun ganz offiziell die schönste Kuh im Hochwald – eine große Ehre für das junge Tier.

Fergie hat ein pralles Euter, eine korrekte Haltung und eine gute Beinwinklung. Es stimmt einfach alles. Dennoch ist die Auszeichnung der dreijährigen Fergie mit der Werner Angsten Wandertrophäe „Miss Hochwald“ eine kleine Sensation. Ihr Züchter Matthias Zens vom Eichenhof in Musweiler (Landkreis Bernkastel-Wittlich) ist überrascht: „Meistens werden eher ältere Kühe gekürt“, sagt er. Seit rund 20 Jahren kommt Zens schon mit seinen Kühen zur Verbandsgemeinde-Tierschau nach Kell am See, gewonnen hatte eine seiner Kühe bereits im vergangenen Jahr. Selber Stall, andere Kuh also.

Fergie musste sich bei der Wahl gegen 36 andere Bewerberinnen aus der ganzen Region durchsetzen. Sie setzte sich knapp gegen Wilhelmine aus Damflos und Bea aus Lampaden durch. Einen Ehrenpreis erhielt die achtfache Mutterkuh Relli aus dem saarländischen Nonnweiler (Landkreis Merzig-Wadern), die als älteste Kuh ins Rennen ging.

Die Veranstaltung jährt sich nun schon zum 59. Mal. Das erste Mal war der Veranstalter aber die neue Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, die Anfang des Jahres aus den VG Saarburg und Kell hervorging. „Die Verwaltungseinheiten mögen sich ändern, die Tierschau aber bleibt“, kommentierte Martin Alten, erster Beigeordneter der VG Saarburg-Kell. Es hätte bei der Fusion keine Diskussion gegeben, ob die Tierschau bleibe oder nicht.

Verbandsgemeinde-Tierschau in Kell am See und Kür der Miss Hochwald 2019

Jürgen Dixius, Bürgermeister der VG, hob die Leistungsfähigkeit und Qualität der deutschen Landwirtschaft hervor, die auf der Tierschau standesgemäß präsentiert wurde. Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, betonte die Wichtigkeit der Landwirtschaft für die Volksernährung. „Es kommen zwar immer mehr Besucher zur Tierschau nach Kell, aber die Landwirte werden immer weniger“, moniert Horper. Er appellierte an die anwesenden Besucher und Politiker, regional zu kaufen, damit Landwirtschaft in Deutschland nicht zur Nostalgie verkomme. Günther Schartz, Landrat von Trier-Saarburg, stimmte zu und sprach sich zugleich gegen CO2-Steuern auf landwirtschaftliche Erzeugnisse aus.

Die schönste Stute des Hochwalds, Ma belle Cherié, und ihr Besitzer Alfred Kohn aus Vierherrenborn (Zweiter links neben dem Pferd). Auch Jürgen Dixius, Bürgermeister der VG, begutachtet das Tier (rechts neben dem Pferd). Foto: Marius Kretschmer
Auch Kleintiere wie Kaninchen und Hühner wurden auf der VG-Tierschau in Kell ausgestellt. Foto: Marius Kretschmer
Dem Euter wird bei der Tierschau ein großer Wert beigemessen. Schön prall muss es sein. Foto: Marius Kretschmer
Die Tierschau zog auch in diesem Jahr viele Besucher an. Foto: Marius Kretschmer

Ein Jahr vor dem runden Geburtstag der Tierschau war es schon gegen Morgen sehr heiß. Trotz Temperaturen von über 30 Grad war die Stimmung ausgelassen. Die Besucher schauten sich gern die vielen Tiere an. Neben der Miss-Hochwald-Wahl gab es noch ein weiteres Highlight. Die schönste Stute des Jahres wurde Alfred Kohns siebenjährige Stute Ma belle Cherié aus Vierherrenborn, die auch schon im letzten Jahr gewann. Besucher konnten auch eine Schaukollektion von Fleisch­rindern sowie Esel, Ziegen und in der Kleintierschau auch Hühner und Kaninchen betrachten.

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