Natur- und Umweltschutz : Fischer kämpfen gegen Schmarotzer an den Obstbäumen

Ehrenamtliche Helfer befreien in Fisch Obstbäume von Misteln und bewahren sie so vor dem sicheren Tod.

Die Streuobstwiesen rund um Fisch haben Vorbildcharakter. Hier prägen mehr als 2500 Obstbäume die Landschaft. Von 2011 bis 2016 flossen rund 159 000 Euro Fördermittel über den Naturpark Saar-Hunsrück in das Pilotprojekt zur Revitalisierung und Pflege von Streuobstbeständen in Fisch.

Doch Baumbesitzer, die unter Umständen älter als ihre Pflanzen sind, können sie nicht mehr so pflegen, wie sie das wollen. Das Problem wurde immer sichtbarer: Bäume mit mächtigen Misteln.

Ortsbürgermeister Otmar Wacht. erklärt: „Durch das Streuobstwiesenprojekt sind wir die Verpflichtung eingegangen, die Bäume zu pflegen.“ Den Besitzern von rund 400 Bäumen hat der Bautrupp, der immer zur Stelle ist, wenn es etwas zu tun gibt, angeboten, die Misteln abzuschneiden. Rund 25 Helfer legten bei den bis zu 100 Jahre alten Gewächsen Hand an.

„Wenn wir jetzt nichts tun, dann sind diese Obstbäume in spätestens zehn Jahren alle gestorben“, fürchtet der Ortschef. Das Besondere erklärt Obstbauer Armin Hunsicker: „Das ist hier keine Plantage, die auf Ertrag ausgerichtet ist, sondern ein wichtiger Baustein des Ökosystems.“ Sein Kollege Roland Lutz erklärt: „Misteln leben von dem Saft der Bäume und entziehen ihnen so die Lebenskraft.“ Je fitter der Baum, umso mehr Nahrung findet die Mistel, deren klebriger Samen von Vögeln verbreitet wird. Die weißen Beeren gehören zum Winterfutter von mindestens 27 heimischen Vogelarten, sagen Naturschützer des Naturschutzbunds, die dennoch dazu aufrufen, Obstbäume von diesen Parasiten zu befreien.

Jetzt liegen große Haufen neben den Bäumen, die alle verbrannt werden müssen. Wacht sagt: „Dafür haben wir uns vom Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier die Genehmigung geholt, denn der Mistelsamen darf sich nicht mit sonstigem Grünschnitt mischen und sich dadurch verbreiten“. Wenn es demnächst also auf den Wiesen brennt, braucht niemand gleich die Feuerwehr zu rufen. Die Fischer Aktiven rufen andere Dörfer zum Nachahmen auf, damit das typische Landschaftsbild des Saargaus erhalten bleibt.

Drei bis vier Jahre werden die Baumbesitzer allerdings auf frisches Obst verzichten müssen, denn dann treiben die Bäume erst wieder aus. „Der Radikalschnitt war leider nicht zu vermeiden“, bedauert Roland Lutz. Aber es sei die Mühe wert gewesen. Im Herbst sollen die Bäume wieder nach Misteln kontrolliert werden, diesmal früher, damit die Schädlinge gar nicht erst so groß werden.