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Mit 80 Jahren ins Mannebacher Fitnessstudio

Mit 80 Jahren ins Mannebacher Fitnessstudio

In seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat Mannebach Bürgermeister Bernd Gard mit der Entwicklung eines Mehrgenerationenkonzeptes beauftragt. Damit sollen die Dorfbewohner näher zusammenrücken und länger fit und gesund bleiben.

Mannebach. Rosemarie Diedrich singt, tanzt, treibt Sport und bildet sich am Computer fort. So fit wie die 81-Jährige wünscht sich Mannebachs Ortsbürgermeister Bernd Gard alle seine Mitbürger, egal wie alt. "Setzen wir auf eine neue Philosophie. Verstehen wir uns als eine Interessengemeinschaft aus Jung und Alt", kann man in seinem Rundschreiben an alle Haushalte lesen.
Die Überalterung der Gesellschaft kann der Ortschef, Jahrgang 1948, für sein Dorf mit derzeit 373 Bürgern an konkreten Zahlen festmachen: Im Jahre 2021 werden in Mannebach und dem Ortsteil Kümmern rund 210 Menschen leben, die 50 Jahre und älter sind. Davon werden 147 älter als 60 Jahre sein.
Von der hohen Politik erwartet Gard keine Lösungen: "Wir müssen uns selbst helfen und den gesellschaftlichen Wandel in geeignete Bahnen lenken, um rechtzeitig die Weichen für eine gute, gemeinsame Zukunft in unserem Dorf zu stellen."
Der Ortsbürgermeister lässt dabei die Unterscheidung zwischen Alt und Jung nicht gelten, denn alt werde man ja schließlich ab der Geburt. Gard plädiert für geistige und körperliche Fitness aller Generationen. Alle sollten beides trainieren - und am besten gemeinsam.
Er brachte die Idee eines kostenlosen Dorffitnesstudios ins Gespräch: "Da müsste für die vorhandenen Geräte nur ein geeigneter Raum gefunden werden." Die Angebote der Vereine müssten stärker wahrgenommen werden, denn körperliche Fitness sei ja eine Voraussetzung für eine gute geistige Verfassung.
Weil die wenigsten Bildungsveranstaltungen direkt im Dorf stattfinden, soll das bereits vorhandene Dorfmobil die Menschen dorthin bringen, wo die geistige Anregung angeboten wird, beispielsweise im Mehrgenerationenhaus in Saarburg oder zu EDV-Kursen nach Trier. Voraussetzung dafür ist aber, dass ein Gemeindearbeiter eingestellt wird, der auch als Chauffeur arbeite.
"Mannebach fit für die Zukunft zu machen erfordert neue, gemeinsame Wege", machte Gard seinen Ratsmitgliedern klar. Die Finanzierung müsse allerdings durch eine Interessengemeinschaft gewährleistet sein.
Der Ortsgemeinderat gab ihm grünes Licht zur Entwicklung eines Konzeptes, das zunächst dem Gremium und danach allen Bürgern in einer Versammlung vorgestellt werden soll. doth