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Mit Daten und Analysen im Kampf gegen Starkregen

Hochwasserschutz : Mit Daten und Analysen im Kampf gegen Starkregen

Es gibt ein Konzept zur Hochwasservorsorge in Trassem. Die gesamte VG soll künftig den Fluten trotzen können.

Der Ort wurde bewusst gewählt. Trassem ist im Frühjahr 2018 gleich vier Mal von Starkregen heimgesucht worden. Wasser löste Schlamm und Geröll, das sich in den Ort ergoss. Hier begann das Planungsbüro Hömme aus Pölich mit der Vorstellung seines Konzeptes mit Maßnahmen, die künftige Schäden verhindern sollen, nach der Vorstellung der Verbandsgemeinde auch für alle Dörfer, die früher zu Saarburg gehörten.

In Workshops waren die Bürger seit einem Jahr mit eingebunden worden, immer fachlich unterstützt von Bürochef Frank Hömme und seinem Mitarbeiter, dem zertifizierten Fachberater Hochwasser, Volker Thesen.

Ortsbürgermeister Roland freute sich über die Sofortmaßnahmen, die seinerzeit getroffen wurden, damit vom Halstenberg keine Gefahr mehr ausgeht. Das ehemalige Acker­land wurde von der Gemeinde erworben und in Grasland umgewandelt. „Man sollte an die Betroffenen denken, es kann jeden treffen“, appellierte der Ortschef an seine Mitbürger. Es gehe hier um das Gemeinwohl.

„Große Regenereignisse werden häufiger und stärker“, sagte Volker Thesen voraus. Gezeigt wurde eine große Übersichtskarte, auf der klar erkennbar ist, wo sich das meiste Wasser sammeln wird. Die Ortsdurchfahrt würde im Extremfall zum breiten Fluss.

„Es geht zunächst einmal um den Schutz der kritischen Infrastruktur“, sagte der Fachberater. Gefährdet sei auch das Feuerwehrgerätehaus. Seine Vorschläge: Bypässe, Bachlaufoptimierungen, Bereiche zur Wasserrückhaltung schaffen, Begrünung von Nutzflächen, Böschungssicherung, Gehölze pflanzen, die Wasser zurückhalten können.

Wenig Hoffnung machte Thesen seinen rund 40 Zuhörern sich auf die Kanalisation zu verlassen: „Bei entsprechender Strömung läuft das Wasser einfach über die Einlässe drüber.“ Die Rohre im Boden seien sehr schnell überlastet. Was etwas helfen könnte, sei, die Kanäle regelmäßig zu spülen. Größere Gewässerdurchlässe sind von Vorteil, aber auch die Form der Straße, von der Wasser abläuft anstatt sich zu sammeln. Ferner müsse das Muldensystem funktionstüchtig gehalten werden.

Bei der Planung des Neubaugebietes Perdenbacher Gewann II müsse der Hochwasserschutz gleich mit bedacht werden. „Jede einzelne Maßnahme muss geplant und dann ausgeschrieben werden“, beantwortet Thesen die Frage nach den Kosten und wann das alles umgesetzt wird. Da gehe es nach Dringlichkeit. Auf dem Halstenberg sei diese gegeben gewesen.

„Eine Förderung für die Umsetzung im öffentlichen Raum gibt es, für Private und ihre Häuser leider nicht“, bedauerte Thesen. Hier rät der Fachmann zu Rückstauklappen, die Abdichtung von Lichtschächten, druckwasserdichten Fenstern und Türen und wasserdichten Leitungsführungen. Fachfirmen beraten und geben Tipps auf vgsaarburg.hochwasserschutz-konzept.de. Auch der Versicherungsschutz des Hauses sollte überprüft werden.

In der anschließenden Diskussion beantwortete auch Bürochef Hömme Fragen zu spezifischen örtlich Problemen. Thesen schrieb fleißig mit. Alles soll in die Planung einfließen.