Mit der Nase im Wind über den Gau

Mit der Nase im Wind über den Gau

Der Erfolg der Premiere 2014, als erstmals Fahrer der motorisierten Dreiräder (Trikes) Menschen mit Behinderungen zu einer Fahrt mitgenommen haben, soll wiederholt werden. Mit 24 Maschinen wird sich die Zahl dieser außergewöhnlichen Transportmittel diesmal verdoppeln. Schirmherrin ist erneut Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Temmels. Das Trike-Team Temmels und die Kyll-Triker haben sich zur zweiten Auflage der Regenbogenfahrt mit Behinderten am 11. Juli mit der Luxemburger Gruppe Triker ohne Grenzen verstärkt. Der Ortsbürgermeister und Besitzer eines solchen motorisierten Dreirads, Herbert Schneider, sagt erfreut: "Es kommen 24 Trikes nach Temmels, um Menschen mit Behinderung eine Freude zu bereiten." Zweimal eine Stunde führt die Strecke über den Saargau nach Merzkirchen und wieder in großer Runde zurück.

Der Wunsch, einmal mitfahren zu dürfen, kommt von Karin Weber, die bei der Lebenshilfe betreut wird. Sie hat die erste Ausfahrt vor einem Jahr noch gut in Erinnerung: "Das war schön. Es waren so viele Leute da." Auch wie toll die Pause in der Herberge von Mary Hemmerling in Merzkirchen war, weiß sie noch genau. Auch diesmal wird der Trike-Tross hier einkehren. Die ganze Tour wird von der Polizei abgesichert.

Auf dem Dorfplatz wird derweil gefeiert. "Die zwölf Organisatoren haben sich mit Leuten der Feuerwehr und des Sportvereins zusammengetan", erklärt der Ortschef, der richtig stolz ist, wieder Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Schirmherrin gewonnen zu haben. Sie will erneut eine Videobotschaft schicken, die vor dem Start auf einem großen Bildschirm gezeigt wird.

Der Erlös aus dem Fest im vergangenen Jahr, rund 1800 Euro, floss in die Freizeitgestaltung der Menschen, die von der Lebenshilfe in Trier und Konz betreut werden. Sie arbeiten auch in den Werkstätten der Organisation. Der Vorstand der Lebenshilfe Trier, Wolfgang Enderle, sagte: "Große Ausflüge können sich unsere Leute nicht immer leisten." Er ist begeistert, dass so viele Menschen mithelfen, den Behinderten eine Freude zu bereiten.
Katja Haag von der Lebenshilfe Konz, die bei der Band Envivo am Nachmittag auch singt, bestätigt: "Das war für unsere Leute im vergangenen Jahr eine gigantische Erfahrung." Alle Mitfahrer fragen seitdem, wann es wieder so weit ist. Und dann feiert auch noch das ganze Dorf mit.

Die Idee der Regenbogenfahrt stammt aus St. Vith in Belgien, wo im Mai immer ein großes Triker-Treffen mit mehr als 100 Fahrzeugen stattfindet. "Die nehmen auch Behinderte zur Sunshine-Tour mit, aber meistens regnet es", sagt Ortschef Schneider. Deshalb habe man die Tour in Temmels Regenbogenfahrt genannt.
Im vergangenen Jahr war Michael Giwer für die Fotos der Tour zuständig. Er staunte: "Meine Frau Martina war so begeistert, dass sie sagte, kauf dir so ein Trike." Diesmal hat auch er einen Passagier der Lebenshilfe dabei.Extra

Bis 10 Uhr: Anreise der Triker und Teilnehmer 10 bis 11 Uhr: Begrüßung der Mitfahrer, Begleiter und Betreuer; gemeinsames Frühstück 11 bis 12 Uhr: Erster Teil der Ausfahrt bis Merzkirchen, rund 30 Kilometer; Eröffnung der Stände auf dem Dorfplatz, Getränke und Ausstellung mit Produkten aus der Lebenshilfe-Werkstatt 12 bis 12.30 Uhr: Pause bei Maria in der Jugendherberge Merzkirchen 12.30 bis 13.30 Uhr: Zweiter Teil der Ausfahrt, Rückfahrt rund 30 Kilometer 13.30 bis 16 Uhr: Rückkehr von der Ausfahrt, gemeinsames Mittagessen auf dem Dorfplatz; Übergabe der Teilnehmerurkunden Ab 16 Uhr: Livemusik mit der Band Envivo. doth