Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Tschüss, Mädels! Die Konzer Fastnachtsfrauen haben ihre letzte Kappensitzung gefeiert. In Zukunft werden sich einige von ihnen zusammen mit anderen Konzer Vereinen um das Karnevalsprogramm bemühen.

Konz. Seit Jahrzehnten gehören die Konzer Fastnachtsfrauen zum närrischen Treiben in der Saar-Mosel-Stadt. Ihre Kappensitzungen waren fester Bestandteil im Narrenfahrplan - bis zum vergangenen Samstagabend. Da feierten die Frauen ihre letzte Sitzung. "Unser Verein ist müde geworden", sagte Ehrenpräsidentin Cilli Peters und brachte damit die interne Problematik auf den Punkt. Einige Fastnachtsfrauen ziehen sich aus dem aktiven Geschäft zurück, andere werden sich im nächsten Jahr in der noch zu gründenden Arbeitsgemeinschaft Konzer Karneval weiter engagieren. Eines wird es also nicht mehr geben: eine eigene Kappensitzung. Daher gaben die Mädels am Samstagabend nochmal ihr Bestes und zauberten für die 300 Gäste in der TG-Halle ein mehr als fünfstündiges Programm. Besonders die Büttenreden hatten es den Gästen angetan. Manfred Wischnewski widmete sich unter anderem der Bankenkrise. Sein Rezept: "Du bringst die Wirtschaft nur ans Laufen, wenn die Kühe richtig saufen." Heike "Hildegard" Bepperling berichtete vom unruhigen Rentnerleben des Ehegatten: Sie haben jetzt einen Rasenmäher mit Winterreifen. Das Problem: Ihnen fehlt der passende Garten. Ein ähnlich schweres Schicksal hat Vera Mayer, alias die Vegetarierin, zu erleiden. Ihr Göttergatte hat dem Fleisch abgeschworen: "Frau, bedeck Dich! Du weißt, ich darf nicht so viel Fleisch sehen." Cilli Rohn will als "die Frau in den Wechseljahren" Bürgermeister Karl-Heinz Frieden ablösen: "Obwohl im Vorjahr frisch gewählt, merkt man ihm an, dass er sich quält." Und als neue Fläche für den Golfpark ist für sie klar: "Das Zentrum unserer Stadt hätte Handicaps satt." Eine der Stimmungs-Raketen ging auch an "die sieben Konzer Trauer-Schnallen", die sich mit Blick auf den Abschied des ehemaligen Bürgermeisters Winfried Manns sicher sind: "Hätt' er gewusst, wo er noch einen Kreisel bauen kann, wär' er bei uns geblieben." Doch: "Es ist Ruhe eingekehrt, die Stadt hat uns den Frieden beschert." Und für die richtige musikalische und tänzerische Stimmung sorgten unter anderem die Garde der Fastnachtsfrauen, die Indianerinnen des Neunerrats und die Musical-Freunde der Rainbow-Tanzgruppe. Zum Schluss versammelten sich alle (Ex-)Aktiven der Fastnachtsfrauen auf der Bühne und verabschiedeten sich von ihren Gästen - mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Die Mitwirkenden:

Sitzungspräsidentin Cilli Rohn; Petra und Tanja Chandony, Rosy Hoffmann, Anne, Christina und Elisabeth Schettgen, Katharina Schmitt, Brigitte Mai, Renate Oswald, Myriam Jäschke, Lydia Lellig, Irma Wieczorek, Gabi Berens (erste Vorsitzende), Vera Mayer, Cilli Peters, Marianne Fiergolla; Beate Hippchen, Stefanie Holbach, Ruth Lauterborn, Elfie Riehm, Gertrud Kirsch, Ursula Billen, Heike Barthel, Marie-Luise Fisch, Ingrid Faber; Tanzgruppe Rainbow; Manfred Wischnewski, Heike Bepperling, Helfer im Hintergrund: Werner Klahr (Tontechnik), Gerhard Lutz (Musik), Andy Kiefer, Nora Gobbert und Stephan Mayer (Garderobe).