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Mit einem Maßnamenkatalog will der Ortgemeinderat Tawern Überschwemmungen verhindern.

Tawern : Kampfansage gegen das Hochwasser

Immer wieder schwellen Maus- und Mannebach an und setzen Teile von Tawern unter Wasser. Dagegen setzt sich die Ortsgemeinde nun zur Wehr – mit Folgen für die Finanzen.

Das Hochwasser aufgrund eines außergewöhnlichen Starkregenereignisses vom 31. Mai 2018 scheint in Tawern ein kollektives Trauma verursacht zu haben: Ortsbürgermeister Thomas Müller begrüßte bei der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats 15 Besucher – fast alle Anrainer der hochwassergefährdeten Gewässer Mausbach und Mannebach. Sie kamen, weil die Besprechung des Hochwasserschutzkonzepts für Tawern auf der Tagesordnung stand.

Insgesamt 14 Maßnahmen sieht das Hochwasserschutzkonzept vor, je nach Zuständigkeit sind die Verbandsgemeinde Konz, die Ortsgemeinde Tawern oder Privatleute verantwortlich für die Umsetzung.  Überflutungen wie die vom 31. Mai 2018 sollen so künftig vermieden werden. Seit diesem Datum, an dem weite Teile des Ortskerns unter Wasser standen und zahlreiche Keller vollliefen, gab es noch weitere Hochwasserlagen, die jüngste vor rund zwei Wochen: Der Mausbach und  der Mannebach schwollen erneut an, weil die Böden rund um Tawern vom vielen Regen längst gesättigt waren und neue starke Niederschläge unmittelbar zu Überflutungen führten.

Ortsbürgermeister Müller brauchte angesichts der Häufigkeit der Hochwasserereignisse wenig Überzeugungskraft einzusetzen, um Mitarbeiter der Planungsbüros Hömme aus Pölich sowie Deges und Bah aus Trier kurzfristig für einen Ortstermin zu gewinnen. So wurden die Ingenieure Zeugen, wie schnell insbesondere der Mausbach, der von Onsdorf kommend in die Tawerner Ortsmitte führt, Wassermassen und Schwemmmaterial mitführt, die zu schwierig zu meisternden Problemlagen führen. Die Feuerwehr konnte nur wenig helfend einwirken, wie Müller berichtete.

Als erste Sofortmaßnahme wird  im Bauhof der Gemeinde ein Sandsacklager angelegt. Und die Ablagerungen im Bachbett werden kurzfristig beseitigt. „Eine Fachfirma, die das notwendige Gerät hat, ist schon beauftragt“, sagte der erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Konz, Guido Wacht. Ein Problem sei, dass zum Beispiel Bagger, die zum Einsatz kämen, nur mit biologisch abbaubarem Öl geschmiert werden dürften, damit es keine Gewässerverunreinigung gäbe.

Zahlreiche kleinere Maßnahmen sollen künftig dafür sorgen, dass die Wassermassen den Ortskern gar nicht erst erreichen, sondern in Waldgebiete und auf Felder abgeleitet werden. „Das geht natürlich nur in Zusammenarbeit mit den Grundstückseigentümern“, stellte  Müller klar. Im Sommer soll der Katalog mit den insgesamt 14 Maßnahmen endgültig verabschiedet werden. Müller kündigt an: „Möglicherweise muss die Ortsgemeinde einen Nachtragshaushalt aufstellen, da die Kosten im Doppelhaushalt 2020/21 noch nicht berücksichtigt sind.“