Mit gutem Ton für den Weißen Ring

Mit gutem Ton für den Weißen Ring

Der Lions-Club hat das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz nach Saarburg geholt, um mit einem Konzert Geld für die Betreuung der Opfer von Gewaltverbrechen zu sammeln. Rainer Kramer hat den Opferschutz als vorrangiges Thema seiner Lions-Präsidentschaft bestimmt.

Saarburg. Mit rund 800 000 Fällen liegt die Gewaltkriminalität in Deutschland auf einem hohen Niveau. Der Weiße Ring kümmert sich seit 1976 um die Opfer, die nach der Tat allzu oft in Vergessenheit geraten und mit ihren Problemen alleingelassen werden.
Mit flotten Klängen und symphonischer Blasmusik hat das 1953 gegründete Polizeiorchester des Landes Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Christian Küchenmeister Geld zur Unterstützung der bundesweit tätigen Organisation gesammelt.
"Wir spielen rund 100 Konzerte im Jahr, meist für wohltätige Zwecke", erklärte der Dirigent dem TV. 38 Musiker, darunter drei Frauen, allesamt studierte Fachkräfte, sorgten für ein abwechslungsreiches Klangerlebnis. Polizisten im wörtlichen Sinne sind es keine, obwohl der Klangkörper zur Bereitschaftspolizei gehört. "Wir sorgen mit gutem Ton für ein positives Image der Polizei", definiert Küchenmeister den Auftrag.
Diese Art der Öffentlichkeitsarbeit fanden auch die rund 200 Zuhörer in der Saarburger Stadthalle richtig schön. Johann Fisch (75) aus Saarburg stellte fest: "Diese Art Musik gefällt mir. Das ist alles sehr stimmig." Die erst 16-jährige Rebecca Schmitt aus Trassem ist selbst Musikerin und attestierte dem Orchester einen "sehr dynamischen und exakten" Spielstil.
Lions-Präsident Rainer Kramer konnte durch den Verkauf der Eintrittskarten an den Landesvorsitzenden des Weißen Rings, den Mainzer Polizeipräsidenten Karl-Heinz Weber, und der Leiterin der Trierer Außenstelle, Waltraud Krämer, einen Scheck über 3000 Euro überreichen.
Hinter all der Freude über Musik, von der Schnellpolka und Operettenmelodien von Strauß über Märsche und Filmmusiken, stand bei diesem Konzert der sehr ernste Hintergrund der Nöte von Gewaltopfern. "Seit 2009 gab es im Gebiet des Polizeipräsidiums Trier 189 Fälle von Gewalttaten", weiß die Leiterin der Trierer Außenstelle des Weißen Rings, Waltraud Krämer. Das gehe von Einbruchdiebstählen über Vergewaltigungen, Mobbing und Mord bis zur Internetkriminalität, die in jüngster Zeit stark zunimmt.
"Die Möglichkeiten der Hilfen durch den Weißen Ring sind noch viel zu wenig bekannt", beklagt Landesvorsitzender Weber. Deshalb gab es im Stadthallenfoyer einen Informationsstand. Umfassend informiert die Hilfsorganisation im Internet unter www.weisser-ring.de. Das bundesweite Opfertelefon hat die Nummer 116006.

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