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"Mit Lebensmitteln spielt man nicht"

"Mit Lebensmitteln spielt man nicht"

HERMESKEIL/NONNWEILER. Reine Talsperre zur Wasserversorgung oder doch Freizeitsee? Der Hermeskeiler Verbandsgemeinderat hat sich gegen eine weitere touristische Nutzung des Nonnweiler Stausees entschieden.

Segeln, Surfen, Tauchen und Schwimmen - mit diesen Freizeit-Attraktionen ziehen der Bostalsee und der Losheimer Stausee jährlich zigtausend Besucher an. Der dritte große saarländische See im Bunde, der Nonnweiler Stausee, fristet im Vergleich dazu ein eher kümmerliches Dasein. Dort darf weder geschwommen noch getaucht noch mit einem Boot darauf gefahren werden - lediglich Wandern und Radfahren rund um den See sind erlaubt. Der Grund: Der Stausee ist ein Trink-, Kühl- und Brauchwasser-Reservoir. Die Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil bezieht ihr komplettes Trinkwasser aus der Talsperre. "Trinkwasser-Nutzung steht an erster Stelle"

damit ist der einzige saarländische See in dem Ausbildung zu Silber und Gold gemacht werden kann nun aus dem Rennen. Ich weiß zwar nicht was 20 Taucher alle 2 Wochen an Wasserverschmutzung bewirken können aber Der See selbst hat Tiefen bis zu 45 m und ist aus diesem Grund recht gut für weitergehende Ausbildungen und Prüfungen zu gebrauchen. Er ist das klarste aller Saarländischen Gewässer. Die mittlere Sichtweite beträgt (je nach Saison) 5 bis 15 m. Gerade ist wieder die Diskussion aufgekommen, ob der Nonnweiler Stausee nun doch stärker touristisch genutzt werden soll. Konkreter Anlass war die Anfrage eines Privatmanns, der dort einen Bootsverleih eröffnen wollte. Das Ganze ging daraufhin weite Wege: Zuerst wandte sich die saarländische Landesregierung an das rheinland-pfälzische Umweltministerium. Das Umweltministerium wiederum forderte die VG Hermeskeil zu einer Stellungnahme auf. "In einem Brief habe ich als Bürgermeister der Verbandsgemeinde erklärt, dass für uns die Nutzung des Trinkwassers an erster Stelle steht. Alles andere muss sich unterordnen", erklärte Bürgermeister Michael Hülpes in der Sitzung des VG-Rats. "Dennoch sind wir auch daran interessiert, noch etwas mehr Tourismus in die Region zu bringen", räumte Hülpes ein. Heinz Luxemburger, Vorsitzender des Talsperrenverbands Nonnweiler, riet den Ratsmitgliedern von einer touristischen Nutzung ab: "Aus wasserwirtschaftlicher Sicht spricht alles gegen eine touristische Nutzung." Da die VG Hermeskeil seit einigen Jahren der einzige Nutzer der Primstalsperre als Trinkwasser-Reservoir ist, hat sie auch das Wasserrecht. "Daher muss die Verbandsgemeinde auch entscheiden, wie sie ihre Trinkwasser-Qualität sicherstellt", sagte Luxemburger. Zusätzlich wird die Talsperre auch als Kühlwasser für das Kraftwerk Bexbach und als Brauchwasser für die Blies genutzt. "Das heißt, dass vor allem im Sommer die Talsperre nicht ganz gefüllt ist. Dann ist der See natürlich auch nicht so attraktiv", gab Luxemburger zu bedenken. Auf und im Wasser des Nonnweiler Stausees sind FreizeitAktivitäten verboten. Doch im Gegensatz zu anderen Talsperren wie der Riveris-Talsperre ist die Nonnweiler Talsperre nicht abgesperrt; es gibt eine Art "sanften" Tourismus. Der Rundweg um den Stausee wurde im Laufe der Jahre ausgebaut und in das Rad- und Wanderwegenetz des Saarlands aufgenommen. Außerdem gibt es den beliebten Planeten-Wanderweg, viele Parkplätze für Wanderer und einen Kiosk", berichtete Luxemburg. "Wenn man die Talsperrejedoch richtig touristisch nutzen möchte, gibt es unbegrenzt viele Möglichkeiten", sagte Luxemburger. Von einer Tauchstation über einen Bootsverleih bis hin zu einer Landebahn für Wasserflugzeuge sei alles möglich. "Ich möchte jedoch davor warnen", betonte der Vorsitzende des Talsperrenverbands. "Wenn man beispielsweiseBoote zulässt, dann hat sich eine Tür geöffnet." Verschmutzung im Vorfeld ausschließen

"Die Frage, ob wir die Talsperre für Freizeitzwecke nutzen sollen, wollte ich unbedingt im Verbandsgemeinderat besprechen, da ich mir nicht später den Vorwurf gefallen lassen möchte, dass ich keinen Tourismus an der Talsperre zugelassen habe. Daher bitte ich Sie um ein klares Votum", forderte Hülpes die Ratsmitglieder auf. Ein klares Votum bekam er auch. Alle Ratsmitglieder lehnten eine intensivere touristische Nutzung des Stausees ab. "Wasser ist ein Lebensmittel, und mit Lebensmitteln spielt man nicht", lautete die einhellige Meinung. Eine mögliche Verschmutzung des Trinkwassers müsse von vorne herein ausgeschlossen werden. Im Klartext bedeutet das: Die Wasserfläche bleibt weiterhin tabu. "Gegen einen weiteren Ausbau der Wanderwege spricht jedoch nichts", sagten die Ratsmitglieder.