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Mit Millionen aus der Städtebau-Förderung will Greimerath seinen Ortskern gestalten

Mit Millionen aus der Städtebau-Förderung will Greimerath seinen Ortskern gestalten

Der Dorfplatz soll sich zum Treffpunkt der Generationen wandeln, die marode Hauptstraße saniert werden und alte Bausubstanz für neue Projekte weichen: So will die Ortsgemeinde Greimerath ihr Dorf voranbringen. Damit dafür nun auch Fördermittel fließen können, hat der Gemeinderat entscheidende Weichen gestellt.

Greimerath. Die Greimerather arbeiten seit zwei Jahren an Leitlinien dafür, wie sie ihren Ort weiterentwickeln können. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner Kell hatte sich der Hochwald-Ort 2014 für ein Städtebauprogramm von Bund und Land beworben, das "ländliche Zentren" mit mehr als 1000 Einwohnern zukunftsfähig machen soll. Nach der Aufnahme ins Programm mussten mit Hilfe des Planungsbüros BBP aus Kaiserslautern ein Konzept entwickelt und konkrete Projekte benannt werden, die das Ortsbild verschönern und die Infrastruktur verbessern sollen. Außerdem will die Ortsgemeinde durch Festlegung eines Sanierungsgebiets steuern, in welche privaten Projekte künftig Fördermittel fließen. Denn die können durch das Programm ebenso unterstützt werden wie öffentliche Vorhaben.

Der Gemeinderat hat nun Konzept und Sanierungsgebiet "mehrheitlich beschlossen", wie Ortsbürgermeister Edmund Schmitt auf TV-Anfrage bestätigt. Die Keller haben diese Beschlüsse ebenfalls gefasst (der TV berichtete am 21. März). In beiden Orten können nun die ersten Projekte in Angriff genommen werden. Für Greimerath steht eine Fördersumme von rund 2,3 Millionen Euro für den Zeitraum von acht Jahren zur Verfügung. Das erste Projekt soll die Umgestaltung des Dorfplatzes sein. "Wir wollen den Platz als Kommunikationsstätte herrichten, wo sich Jung und Alt wiederfinden", erläutert der Ortschef. Auch Feste sollten dort weiterhin stattfinden. Möglich sei auch "ein kleiner Parcours für Senioren". Die konkreten Ideen solle ein Architektenwettbewerb liefern. Das müsse aber noch mit der Aufsichts- und Dienstleistungdirektion (ADD) in Trier abgestimmt werden.

"Ich wollte, wir hätten schon gestern angefangen", sagt Schmitt. "Aber wir werden jetzt schnell den Kontakt zur ADD suchen, damit es zügig vorangeht."Ebenfalls auf der Liste der geplanten Vorhaben steht ein Fußweg entlang des Eselsbaches, der den neu gestalteten Mehrgenerationenplatz mit dem Dorfpark verbinden soll. Letzteren will man sanieren und dadurch wieder attraktiver machen. Die Kreuzung von Hochwaldstraße und Bergener Straße soll durch einen Hausabriss und eine neue Gestaltung aufgewertet werden. Auch die Sanierung der Grimoldhalle und der Alten Schmiede sowie eine Modernisierung des alten Pfarrhauses zu einem barrierefreien Gemeinschaftshaus stehen auf der Agenda. Ein recht kostspieliges Projekt wird laut Ortschef der angestrebte Ausbau der Hauptstraße. "Das wird eine enorme Baumaßnahme." Nicht nur die Fahrbahn sei sanierungsbedürftig, auch die Kanäle seien "marode", weshalb man mit den Verbandsgemeinde-Werken zusammenarbeiten müsse. "Das wird sicher teuer, deshalb ist die mögliche Förderung sehr willkommen."Zuschuss für Privatleute

Auch Privatleute können einen Zuschuss aus dem Fördertopf erhalten. Welches Projekt gefördert werden soll, darüber entscheidet die Ortsgemeinde. Wie die Kollegen in Kell hat auch der Greimerather Rat Modernisierungsrichtlinien beschlossen, an die sich die Bauherren halten müssen. Diese werden mit der Satzung zum Sanierungsgebiet demnächst im Amtsblatt veröffentlicht. Festgelegt wurde, dass private Projekte mit einem Satz von 25 Prozent, maximal mit 25 000 Euro, gefördert werden. Für ein konkretes Projekt hat der Rat laut Schmitt "schon vorsorglich" den Beschluss gefasst. Ein privater Investor wolle ein "altes Haus zum Leben erwecken" und darin Wohnungen einrichten. "Er kann dann gleich loslegen, sobald die Satzung rechtskräftig ist."
Mit den Partnern in Kell soll der Kontakt auch wieder intensiviert werden: "Eine gemeinsame Sitzung der Räte pro Jahr ist ohnehin Pflicht", sagt Schmitt. "Aber wir wollen ja auch, dass die Kooperation lebendig ist und die Dinge einheitlich gemacht werden."