Mit Qualität und Rasanz

Leicht machen es sich die 58 Musiker der Stadtkapelle Hermeskeil nicht, wenn sie monatelang ein neues Jahreskonzert einstudieren. Berühmte Melodien haben den Nachteil, in jedermanns Ohr zu sein. Ein Vergleich mit dem "Original" ist da ganz einfach. Große Klänge konnten die Zuhörer in der voll besetzten Hochwaldhalle genießen, fast so, als kämen sie von der CD.

Mathematik und Musik: Leo Ries von der Stadtkapelle Hermeskeil scheint beides am E-Piano vereinigen zu können. Leider klang das Instrument über die Boxen etwas hart und metallisch. TV-Foto: Herbert Thormeyer

Hermeskeil. Wahrhaft festlich, mit einer olympischen Fanfare des berühmten Filmmusikkomponisten John Williams, wurde der Abend in der Hochwaldhalle eröffnet. Mit der Zusammenstellung des Programms für das Jahreskonzert hatte Dirigent Gerhard Piroth wieder den richtigen Riecher bewiesen. Sogar an klassische Stücke wagte sich das Ensemble: Es intonierte die Ouvertüre aus dem "Barbier von Sevilla" von Rossini.Für die kleinen Gags zwischendurch sorgte Moderatorin Martina Nickels. So kam sie mit echtem Whiskey in der Hand auf die Bühne, um das Stück "Lord Tullamore" von Carl Wittrock anzusagen.Mit jedem Stück bot die Stadtkapelle ihren Zuhörern einen völlig anderen Musikstil an - eine Umstellung, die nicht jedem Orchester leicht fällt.Mathematik und Musik scheinen sich in Leo Ries gefunden zu haben. Der junge Mathematikstudent spielte virtuos "Ebony & Ivory" von Fritz Neuböck auf einem E-Piano, das durch die Boxen jedoch ein wenig hart und metallisch klang, ansonsten aber mit den "fliegenden Fingern" des preisgekrönten Jungmusikers einen schönen Kontrast zum "großen Gebläse" bildete. Mit der "Festa Paesana" von Jacob de Haan ging's danach in die Pause.Swingende Klarinetten und bekannte Fernsehmelodien

Mit den "glorreichen Sieben" starteten die 58 Musiker in den zweiten Teil. Es kam ein Soloauftritt der besonderen Art, auf den bestimmt schon viele im Publikum gewartet hatten: Swingende Klarinetten spielten Julia Melcher, Fabian Gilles sowie Fabian und Thomas Blatt in meisterlicher Manier. Da saß jeder Ton in Qualität und Rasanz.Fernsehmelodien, Mambo und die berühmte Zirkusmusik "Einzug der Gladiatoren" von Julius Fucik ließen den Abend ausklingen. Doch das Publikum entließ die Musiker einfach nicht. Erst zwei Märsche und der weltbekannte "Can-Can" von Jacques Offenbach aus "Orpheus in der Unterwelt" befriedigten beim Publikum den Bedarf an gut gespielter Livemusik. Alle Freunde der Marschmusik kommen am 19. April 2008 auf ihre Kosten. An gleicher Stelle gibt die Stadtkapelle an diesem Tag ein reines Marschkonzert.