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Umwelt: Mit Raupen unterwegs im Schutzgebiet

Umwelt : Mit Raupen unterwegs im Schutzgebiet

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord pflegt das Natur- und Wasserschutzgebiet Wawerner Bruch. Um das Biotop zu erhalten, setzt sie besondere Maschinen ein – davon profitieren vor allem Vögel.

() Eine Moorraupe arbeitet einmal pro Jahr im Wawerner Bruch. Damit das Naturschutzgebiet erhalten werden kann, schickt die Obere Naturschutzbehörde die Maschine in der vegetationsfreien Zeit nach Wawern. Mit dieser speziellen Maschine könnten Flächen, die in Bereichen mit hohem Grundwasserstand liegen, effizient bearbeitet werden, heißt es bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord.

Laut Ulrich Kleemann, Präsident der SGD Nord, wurden in Wawern rund 10 Hektar Nass- und Feuchtwiesen gemäht. Das sei auf dem morastigen Boden mit einem herkömmlichen Traktor technisch nicht möglich gewesen. Ziel der Maßnahme sei die Schaffung von sogenannten Grünlandmosaiken, die bedeutsam sind, weil sie eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt beherbergen. „Insbesondere heimische Vogelarten wie der Wiesenpieper oder das Braun- und Schwarzkehlchen profitieren von dieser Form der Biotoppflege“, sagt Kleemann.

Das Wawerner Bruch wurde bis vor einigen Jahren mit Rindern und Pferden beweidet, was heute laut SGD Nord aus Gründen des Trinkwasserschutzes nicht mehr möglich ist. Um die Flächen offen zu halten und dem Verbrachen der gesetzlich geschützten Nass- und Feuchtwiesen entgegenzuwirken, wird das Gebiet im Auftrag der SGD Nord maschinell gepflegt. 2011 wurde erstmals eine Moorraupe eingesetzt, um besonders nasse Bereiche mähen zu können. 2014 kam diese erneut zum Einsatz. Damals konnten insgesamt sechs Hektar bearbeitet werden. In den Jahren 2015 und 2016 wurden die Randbereiche, die gelegentlich so trocken sind, dass sie mit einem Schlepper gemäht werden können, bearbeitet.

Durch die Mahd mit der Moorraupe sollen vor allem die Lebensräume für Wiesenbrüter im Gebiet erhalten und verbessert werden. Zurzeit lassen sich mehrere Brutpaare des Schwarzkehlchens nachweisen. Braunkehlchen, Wiesenpieper und die Bekassine finden sich gelegentlich zur Zugzeit ein. Die Biotoppflegemaßnahme kommt diesen Vogelarten zugute, weil sie auf offene und gut überschaubare Grünlandflächen angewiesen sind. Einzelne große Schilffelder wurden für Teich- und Sumpfrohsänger stehen gelassen.

Mit seinem Insektenreichtum ist der Warwerner Bruch auch ein wichtiges Nahrungsbiotop für Schwalben und Fledermäuse. Da durch intensive Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden wertvolle und störungsfreie Grünlandflächen wegfielen, sei es umso wichtiger, die verbliebenen Lebensräume für diese Tierarten durch Pflegemaßnahmen zu sichern, heißt es bei der SGD Nord.

Sie ist für die Organisation und Finanzierung von Biotopflegemaßnahmen verantwortlich. 2017 wurden im Kreis Trier-Saarburg in diesem Rahmen 54 Projekte mit einer Gesamtsumme von rund 123 000 Euro finanziert. Im gesamten Bereich der SGD Nord wurde für die Biotopbetreuung mehr als eine Million Euro ausgezahlt.