Mit Rebensaft und vielen Gleichgesinnten durch den Wald

Mit Rebensaft und vielen Gleichgesinnten durch den Wald

Mehr als 1300 Besucher sind bei der fünften Züscher Weinerlebnis-Wanderung unterwegs gewesen.

Züsch/Neuhütten Die Ersten machen sich schon um 9 Uhr auf den Weg. Nicht jeder möchte wohl entlang der malerischen Wege Scharen von Wanderern begegnen. Zwei Stunden später gehört das dazu bei der Züscher Weinerlebnis-Wanderung. Die erste Station, an der sich die Wanderer knubbeln, ist der Züscher Hammer. Dort können nicht nur Weine und Hochwälder Spezialitäten probiert werden. Im früheren Eisenhüttenwerk schwingen Aktive des Fördervereins Züscher Hammer auch den Schmiedehammer, und es gibt einen Kreativ-Stand des Nationalpark-Fördervereins Brücken.
Angebote wie diese sind auch bei der inzwischen fünften Züscher Weinerlebnis-Wanderung willkommen. Denn diejenigen, die die elf Kilometer komplett gehen, sind einige Stunden unterwegs. Ebenfalls rege genutzt wird der Tag der offenen evangelischen Kirche. Und das nicht nur, weil es dort einen Begrüßungssekt gibt, sondern auch wegen der sehenswerten spanischen Orgel. Unterwegs verköstigen Helfer der Ortsvereine von Züsch und Neuhütten-Muhl. An der Hütte des Ski-Clubs gibt es beispielsweise Steaks und Würstchen, andernorts versorgen Heimatverein, Gewässerfreunde oder Lauffreunde des Sportvereins mit Räucherforellen, Ziegenkäse oder Spießbraten. Dazu probieren Wanderer etwa 40 verschiedene Weine unterschiedlicher Rebsorten und aus allen sechs Anbaugebieten von Rheinland-Pfalz: Nahe, Pfalz, Mosel, Ahr, Rheinhessen und Mittelrhein. Das dafür benötigte Glas ist in Züsch in der Teilnahmegebühr enthalten, ebenso die Schnur, an der es um den Hals gehängt werden kann.
Neu in diesem Jahr ist der hoheitlicher Besuch. Annika I., Weinkönigin 2017 bis 2019 von Burgen bei Veldenz, fährt per motorisierter Kutsche an den Stationen vor. Die Weinerlebnis-Wanderung bezeichnet sie als gute Idee. Und es sei beachtlich, "dass das so angenommen wird", lobt sie die Leistung der Organisatoren. Für Aktive des Wandervereins Abtei ist es selbstverständlich, mitzugehen. Wer sich so etwas einfallen lasse, sei nur zu unterstützen, betont Horst Breuer. So etwas gebe es weit und breit kein zweites Mal, lobt er "das ganze Flair, die Organisation und die Idee, die dahinter steckt". Denn Züsch ist ja keine Weingegend, liegt aber inmitten namhafter Weinanbaugebiete. Dort sei ja ganz schön was los, freuen sich Wanderer aus Otzenhausen. Sandra Knob-Ludwig hat über eine Nachbarin von der Wanderung erfahren.
Daniel Großmann ist als Neuhüttener von Anfang an dabei gewesen: "Das ist schon schön", rückt auch er das Engagement der beteiligten Vereine ins rechte Licht. Die hätten wirklich "was Tolles zustande gebracht". Treue Wanderer sind laut Jörg Weber vom organisierenden Förderverein auch die Damfloser Nachbarn, die erneut mit Gästen ihrer Partnergemeinde Piesau mitgehen. Ebenso wandern immer viele aus dem Birkenfelder Raum und aus dem Saarland mit.
Alles in allem machten sich seiner Einschätzung nach mehr als 1300 Menschen auf den Weg, Tendenz also weiter steigend. Und das trotz des Regens am Tag vor derVeranstaltung. Allerdings hatte Weber auch schon frühmorgens getwittert: "Sonnenaufgang über Züsch".
Extra: DIE GESCHICHTE DER WEINERLEBNIS-WANDERUNG


Die Premiere des Fördervereins für Kultur- und Dorfentwicklung Züsch war 2013. Die Wanderung ist eingebunden in die seit 2012 angebotenen zweiwöchigen Züscher Kreativ- und Genusstage, die damit starten. Mit ihnen bietet der Ortsgemeinde-Beirat für Kultur und Veranstaltungen unterschiedlichste Kurse wie von Kunst bis zum Bierbrauen an. Den Anstoß gaben ab 2010 "Züscher Kulturtage", eine Herbstferien-Initiative von Malerin Ursula Stimmler.