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Mit Sperrungen und Kontrollen: Rodelansturm in der Region verhindern

Mehr Absperrungen und massive Kontrollen geplant : So soll der Rodelansturm in die Region verhindert werden

Ordnungskräfte wollen am Wochenende mit Kontrollen für deutlich weniger Schneehungrige im Hunsrück sorgen.

Wie kann der erneut befürchtete Ansturm auf die verschneiten Hänge rund um den Erbeskopf und die Region drumherum am Wochenende verhindert werden? Das beschäftigt die Verantwortlichen in den umliegenden Kommunen schon seit Tagen. Die Zufahrten zum Erbeskopf, L 164 und K 130, mit den Parkplätzen unterhalb des Hunsrückhauses sind gesperrt. Doch Vera Höfner, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Thalfang und Vorsitzende des Zweckverbandes Erbeskopf, kennt die Situation: Mit dem Sperren allein ist es nicht getan. Ordnungskräfte seien unterwegs und „werden Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung sanktionieren“.

Da geht es ums Einfahren in gesperrte Straßen und das Parken auf dafür gesperrten Flächen. Vor allem eines ist ihr wichtig: „Rettungswege müssen frei bleiben.“

Dass die Leute den Schnee suchen, versteht sie. Und: „Wir möchten das eigentlich nicht verbieten.“ Sie appelliert, „da rodeln zu gehen, wo Sie sich auskennen, wo Sie sich sicher fühlen und wo keine erkennbare Gefahr ist.“ Denn anders als andere Naherholungsgebiete liegt der Erbeskopf mitten im Wald. Die Schneebruchgefahr sei hoch. Man habe zudem bereits verirrte Menschen retten müssen, anderen geholfen, ihr Auto wiederzufinden. Ein neues Phänomen: „Die Menschen suchen die Schneemengen und machen dort Selfies. Machen Sie diese, wo es sicher ist!“

Auch in Hermeskeil werden Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Januar, sollen demnach Parkplätze an mehreren Orten im VG-Gebiet gesperrt werden, an denen am ersten Januar-Wochenende eine große Zahl von Menschen die schneebeckten Hügel auf Schlitten hinuntergefahren waren. Ein Einhalten der aktuell geltenden Corona-Schutzmaßnahmen sei dabei kaum noch möglich gewesen, kritisiert VG-Chef Hartmut Heck. Zudem seien durch „Wildparker“ vor allem am Dollberg in Neuhütten Rettungswege blockiert worden. Der Parkplatz des Wintersportgebiets Dollberg soll daher auch am kommenden Wochenende gesperrt bleiben, kündigt der VG-Chef an. Auch die Anfahrt über die Ortsstraßen von Neuhütten wolle man verhindern.

Gesperrt werden laut Heck außerdem weitere Bereiche in der Nähe der beliebten Rodelpisten – der Mitfahrerparkplatz an der B 407 bei Reinsfeld, der Bereich am alten Bunker in Hermeskeil und eine Anhöhe bei Beuren, wo es hinab in Richtung Moseltal geht. Kontrolliert werde dies mit Einsatzkräften von Polizei, Ordnungsämtern, Feuerwehren und Technischem Hilfswerk. „Und notfalls werden auch Fahrzeuge abgeschleppt, die verkehrswidrig abgestellt werden.“

Ein Hintergrund dieser „drastischen Maßnahmen“ sei die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung und teilweise Verschärfung des Lockdowns bis Ende Januar, sagt Heck. Es macht auch keinen Sinn, in Richtung Idarkopf auszuweichen. Auch dort gab es wegen des gesperrten Erbeskopfes am vergangenen Wochenende ein deutlich erhöhtes Besucheraufkommen. Und auch dort gibt es laut Polizei verstärkt Kontrollen wegen der Einhaltung der Straßenverkehrsregeln und der Covid-19-Vorschriften.