Mit Teamgeist hoch hinaus

KONZ. Beim rheinland-pfälzischen Wettbewerb "Erste Hilfe" sind sie ganz oben auf dem Treppchen gelandet. Dieses Wochenende geben "die Mädels" der Jugendrotkreuz-Gruppe Konz beim Bundeswettbewerb im saarländischen Ottweiler ihr Bestes.

Im Notfall heißt es "starke Nerven behalten". Deshalb trainiert die Jugendgruppe "Tweetys" des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Konz das ganze Jahr hindurch fleißig. Doch in den vergangenen Wochen hat sie noch einen Zahn zugelegt. Denn an diesem Wochenende werden die neun jungen Leute zwischen 15 und 26 Jahren beim Bundeswettbewerb "Erste Hilfe" in der Stufe drei Rheinland-Pfalz vertreten. Unter dem Motto "Retter - edel, tapfer und gut" messen sich dort die besten Jugendrotkreuz-Gruppen (JRK) Deutschlands.Fallbeispiele werden intensiv trainiert

Ein wenig aufgeregt sind sie schon, geben die Konzer JRKler zu. "Man weiß nicht, was auf einen zukommt, wenn man dort ankommt", sagt Gruppenleiterin Mirja Ziolkowski. Seit ihrem Sieg beim DRK-Landeswettbewerb im August (der TV berichtete) hat sie zusammen mit Frank Geller und Christoph Kiefer ihre Gruppe auf diesen Wettkampf vorbereitet. Besonders wichtig war das Training mit Fallbeispielen: Notfallsituationen werden möglichst realistisch nachgestellt. Dabei muss die Gruppe die Verletzten bestmöglich versorgen. Von der stabilen Seitenlage bis hin zum richtigen Verband reichen die Aufgaben bei der Erstversorgung am Unfallort. In solchen Situationen gibt Mirja Ziolkowski den Ton an. Sie weist die Gruppe in ihre Arbeiten ein. Beim Landeswettbewerb in Landstuhl war es ihre Aufgabe, die Verletzten nach der Explosion einer Schnapsbrennerei zu versorgen. Von der Suche nach Verletzten bis hin zum Prüfen der Vitalparameter reichten dabei die Erste-Hilfe-Maßnahmen der Konzer. Der Wettbewerb sei auf einem hohen Niveau gewesen, sind sich die jungen Leute einig. "Es gab viele Verletzte und schwere Verletzungen", so Mirja Ziolkowski. "Für uns war es eine absolute Überraschung, dass wir gewonnen haben." Mit echtem Teamgeist hatten sich die sieben Teilnehmer des Landeswettbewerbs dort engagiert: Melanie Maxmini war mit einer Knieverletzung dort angetreten und konnte nur mit Krücken laufen. "Durch die Gruppe ging es dann trotzdem", berichtet sie. Kurzerhand wurde sie von den Gruppenmitgliedern "von Station zu Station fast getragen". Weil die Konzer Jugendrotkreuz-Gruppe beim Bundeswettbewerb in Ottweiler "relativ gut abschneiden" will, hat sie sich im Vorfeld neben den praxisorientierten Fallbeispielen auch mit der Theorie beschäftigt. Denn dort wird auch theoretisches Wissen rund um das Rote Kreuz abgefragt. Voraussichtlich wird auch die aktuelle Kampagne "Armut - schau nicht weg" zum Thema "Kinder- und Jugendarmut in Deutschland" wichtig sein. Wie aus der Pistole geschossen, können die Jugendlichen Daten und Fakten nennen: So ist beispielsweise etwa jeder dritte Sozialhilfeempfänger in Deutschland minderjährig, wissen sie und hoffen auf einen erfolgreichen Wettkampf.

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