Mit Touristik-Projekt in die Zukunft

Mit Touristik-Projekt in die Zukunft

RALINGEN/ROSPORT. Die Gemeinden Ralingen und Rosport sind durch die Sauer und eine Staatsgrenze rechtlich und geographisch getrennt - doch dagegen hilft eine Brücke. Grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit ist dort Alltag. Nun wollen die Orte ein Tourismus-Projekt in Angriff nehmen.

Die Grundlagen sind auf beiden Seiten der Sauer geschaffen: Campingplätze, Sportanlagen, Wander- und Fahrradwege oder Wassersportmöglichkeiten. Doch das könnte nur der Anfang sein, denn mit EU-Hilfe aus Brüssel ließe sich noch mehr schaffen. Die fast fertigen Pläne für ein gemeinsames Projekt liegen in den Schubladen der beiden Ortsbürgermeister Oswald Disch (Ralingen) und Luc Bonblet (Rosport). Für rund zwei Millionen Euro ließe sich im Tal der Sauer ein attraktives Tourismuszentrum aus dem Boden stampfen - und das zum Teil mit EU-Fördergeld. Brüssel hält einen besonderen Fonds für "Grenznachbar-Gemeinden" bereit, die mit gemeinsamen Projekten dem europäischen Gedanken Vorschub leisten. Genau dem entspräche das "Interkommunale Sport- und Freizeitzentrum an der Sauer" - geplant von Ralingen und Rosport. Beide Orte haben schon heute eine gewachsene Infrastruktur für den Sommertourismus. Doch der ist nach Ansicht der beiden Ortsbürgermeister und der Gemeinderäte erheblich ausbaubar.Zweckverband könnte Projekt bewirtschaften

Für die Bewirtschaftung des Projekts planen sie einen Zweckverband - ähnlich wie der der gemeinsamen Kläranlage. Als ausbaufähige Teile touristischer Infrastruktur gelten die zwei stark frequentierten Campingplätze oder die zwei Sportplätze auf beiden Seiten der Sauer. Auf diesem Sektor haben die Rosporter die Nase vorn: Ihre Elf spielt in der höchsten Luxemburger Liga - der Rasenplatz entspricht den landesüblichen Normen. Auf deutscher Seite ist der Fußballplatz am Sauerufer dagegen sanierungsbedürftig, was Günter Kimmling, Präsident der "Spielgemeinschaft Sauertal", bedauert. Man sei als Kreisligist auch Aushängeschild für den Ort und die Verbandsgemeinde - derzeit aber ein sehr dürftiges, sagt Kimmling. Das - und vieles mehr - soll sich ändern. Die Planung ist teilweise schon sehr konkret: Neue Sportanlagen, Bootsanleger, großzügige Spielplätze, Liegewiesen, Verbesserung der Campingplätze und Einrichtung einer Station für Wohnmobile sowie ein Fluss-Schwimmbad. Letzteres kann allerdings nur realisiert werden, wenn die Wasserqualität durch den laufenden Ausbau der Kläranlagen steigt. Bei allen Planungen müssen die angrenzenden FFH-Naturschutzgebiete berücksichtigt werden. Als Überschwemmungsgebiet frei zu halten ist auf Ralinger Seite auch das so genannte Sauervorland. Ortsbürgermeister Disch: "Die Mainzer Regierung sucht geradezu nach solch einem grenzüberschreitenden Projekt - bei unseren Gesprächen Anfang 2004 hatten die dort nichts Vergleichbares in der Hand." Nun sind die Verbandsgemeinde Trier-Land und die Verwaltung auf Luxemburger Seite am Zuge. Und die Ralinger und Rosporter schauen schon fast ein wenig ungeduldig auf ein bestimmtes Datum. Um in den Genuss der Brüsseler Förderung zu kommen, muss das Projekt in seinen wesentlichen Teilen bis zum 31. Dezember 2006 "fertig und abgerechnet" sein. Disch: "Diese Chance ist einmalig. Aber um den Zeitplan einzuhalten, müsste es im Frühjahr 2005 losgehen." Bürgermeister Wolfgang Reiland (VG Trier-Land) würde lieber einen schnelleren Fortgang sehen. Reiland: "Das ist ein zukunftsweisendes Projekt zur gemeinsamen Vermarktung der Sauerregion." Nicht unproblematisch seien jedoch die Rahmenbedingungen. So habe die Nähe zum FFH-Gebiet und zum Sauervorland teilweise eine Neuplanung erforderlich gemacht. Auch die Frage der Finanzierung sei noch zu klären - und ohne das Geld aus Brüssel "läuft dort gar nichts". Der Verwaltungschef will in 14 Tagen mit einem Konzept aufwarten können.