Mit viel Blech und Dudelsäcken

Schottischer Klang und der Sound eines Blasorchesters passen sehr gut zusammen, wie der Musikverein Saarburg und die Dudeldorf Lion Pipes and Drums bewiesen haben. Geschätzt 300 Zuhörer wollten diesen großen Sound nicht verpassen.

Saarburg. Die Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) Saarburg, Eva Schmitz, freut sich: "Endlich gibt es wieder Mittwochskonzerte, und pünktlich dazu erscheint die Sonne." Den grandiosen Auftritt der Dudeldorf Lion Pipes & Drums vor zwei Jahren haben die Besucher nicht vergessen. "Immer wieder haben uns die Leute angesprochen und gefragt, wann die denn wiederkommen", sagt Schmitz. Und diesmal, noch mal zum Auftakt, gemeinsam mit dem Musikverein Saarburg, ist es wieder passiert: Der Boemundhof erstrahlte in einem Klangbild, wie es selten zu hören ist, mit viel Blech und Dudelsäcken.Gute Kontakte in die Eifel


Dirigent Edwin Fell stellte seinerzeit den Kontakt nach Dudeldorf in der Eifel her. Der kleine Ort bei Spangdahlem macht seinem Namen mit den Lion Pipes and Drums alle Ehre. Pipe-Major Markus Thielen führt seine Truppe seit 21 Jahren. "Damals hat bei unserer 650-Jahrfeier eine Pipe-Band gespielt. Da haben wir beschlossen: So was können wir auch", sagt der oberste Sackpfeifer. Studierte Pipe-Lehrer aus Schottland seien eingeflogen worden, um den Dudeldorfern das Spielen und Trommeln beizubringen. Nicht einfach ist das deshalb, weil einem Luftsack mit viel Puste immer genügend Druck zugeführt werden muss. Aus diesem "Zwischenlager" wird die Luft mit dem Ellenbogen in die Pfeifen gepresst. "Man muss permanent nach atmen", erklärt Thielen. Das gehe nicht synchron mit dem Spielen, was die Sache weiter erschwert.

Edwin Fell hat seine 30 Musiker nicht nur auf die exotischen Klänge des Schottischen Hochlandes eingeschworen, sondern zeigte auch mit Melodien aus bekannten Fernsehserien bis zu den Werken einer Lady Gaga, wie wandlungsfähig sein Klangkörper ist. Mit Jakob Schönherr (Trompete), Kirdthana Kananathan (Klarinette) und ihrem Bruder Athavan (Saxofon) spielten erstmals auch drei junge Debütanten mit. Allein der Einzug der Dudelsackmusiker ist bereits ein Erlebnis. Man hört sie von weitem, sieht sie dann, und der Sound wird immer intensiver. "Ready, one, two", kommandiert Major Thielen vor jedem Stück.

"Die Dudelsäcke haben hier super toll gespielt", freut sich Ruth Leinenbach aus Saarburg. Sie ist eine Zuhörerin in dem insgesamt etwa 300-köpfigen Publikum auf dem Boemundhof. Schön findet sie auch, dass gleich am Eröffnungsabend so viele Leute gekommen sind und das Wetter mitspielt: "Wenn Mittwochskonzert ist, ist auch Sommer."
Anne Ludwig aus Ockfen freut sich immer, auf dem Boemundhof Freunde zu treffen: "Der gute Zweck ist wichtig, aber auch der Reiz, etwas gewinnen zu können." Ziel des VVV ist die weitere Verschönerung der Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten. Besonders die Burg soll aufgewertet werden. "Daran wollen wir uns beteiligen", sagt die Vereinsvorsitzende Eva Schmitz. Es helfe, wenn die Zuschauer fleißig Lose kauften, sagt Schmitz. Und: "Jeder Schluck ist bei uns eine gute Tat."
Den Abschluss des Abends bildeten zwei Stücke, die jeder kennt und bei denen wohl jeder Zuhörer Gänsehaut bekommt: Amazing Grace und Highland Cathedral.Extra

Am Mittwoch, 6. Juli, gastiert Die Neue Generation unter der Leitung von Egon Altenhofen auf dem Boemundhof. Moderne und aktuelle Sounds lässt dieser Chor erklingen. Sehenswert sind dabei nicht nur die Sängerinnen und Sänger, sondern auch die dynamische Art der Chorleitung von Altenhofen. Er rennt dabei schon mal quer durchs Publikum. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. doth