Mit viel Blech und Dudelsäcken

45 Freudenburger Musiker haben sich im Orscholzer Cloef-Atrium mit der Dudelsackformation "Spirit of the Highlands - Pipes and Drums" aus Grevenmacher noch weitere Verstärkung geholt. Schottische Klänge trafen hier auf Blasmusik. Rund 300 Zuhörer waren erst verblüfft - und dann begeistert.

Freudenburg/Orscholz. Märsche, Filmmusik, Polka, all das kann der Musikverein Freudenburg - und zeigte das auch in seinem Jahreskonzert im Cloef Atrium in Orscholz. Sina Puffay und Tom Hecker brachten mit ihren Solostimmen ihre Liebe zur Musik zum Ausdruck. Die 45 Musiker setzten diesmal aber noch eins drauf: Eine Truppe Dudelsackpfeifer in original schottischem Dress marschierte in den Saal. Spirit of the Highlands - Pipes and Drums nennt sich die Formation aus dem luxemburgischen Grevenmacher, die zunächst alleine, dann mit dem großen Orchester zusammenspielte.
Die Anforderungen steigen


Die Pfeifen waren jedoch unglaublich laut. Das Orchester von Dirigent Mario Puffay verschwand akustisch fast dahinter. Gespielt wurden die Klassiker wie "Highland Cathedral", "Amazing Grace" und "Scottland, The Brave". So endete die musikalische Reise rund um die Welt im 91. Jahr des Vereins.
"Wir haben die Formation bei einem Weinfest erlebt", erinnerte sich Dirigent Puffay. Die mussten unbedingt mit dem großen Orchester spielen. Hier liegt die Altersspannweite zwischen elf und 76 Jahren. Erstmals waren die Schwestern Lisa (Flöte) und Lara (Trompete) Hettinger dabei.
Der Freudenburger Ortsbürgermeister Bernd Gödert kam zum Gratulieren: "Das war das schönste Konzert, das ich je von euch gehört habe." Blasmusik und Dudelsäcke passen einfach gut zusammen. Die rund 300 Zuhörer bedankten sich mit stehendem Applaus.
Gerhard Wallenborn vom Kreismusikverband sprach Ehrungen für verdiente Musiker aus (siehe Extra). Unter ihnen der 76- jährige Rudolf Lorscheider, der seit 60 Jahren seine Tuba zum Klingen bringt. "Damals, mit 16 haben wir Märsche und Ouvertüren von Opern und Operetten gespielt", erinnerte er sich. Der Dirigent habe manches erklärt und vorgespielt, und dann wurde probiert. So wuchsen die einzelnen Musiker in das Orchester hinein. "Eine dreijährige Ausbildung wie heute gab es nicht", bedauerte Lorscheider. Gleichwohl stiegen die Ansprüche über die Jahrzehnte. Die Tuba spiele heute eine ganz andere Rolle im Orchester als früher. "Wir haben derzeit sechs junge Leute in Ausbildung, alles bei Profimusikern", freute sich Dirigent Puffay. Er weiß aber auch: "Wenn wir nicht aufpassen, kann der Verein schnell kleiner werden." doth
Extra

60 Jahre: Rudolf Lorscheider (Tuba); 50 Jahre: Rudolf Schmitt (Saxofon); 40 Jahre: Manfred Rauch (Trompete); 30 Jahre: Sandra Streit (Euphonium), Jörg Reinert (Flügelhorn). doth