Mit Vollgas in die Fluten der Saar

Mit Vollgas in die Fluten der Saar

SAARBURG. Geschichte erleben: Im Rahmen der Ausstellung "Saarschifffahrt damals und heute", die bis zum 3. September im Saarburger "Amüseum" zu sehen ist, konnten sich interessierte Besucher am Mittwoch einen detaillierten Einblick in die Arbeit des Wasser- und Schifffahrtsamts Saarbrücken in der Außenstelle Saarburg machen.

Neben Bootstouren und zahlreichen Informationstafeln war vor allem die Fahrt mit dem Amphibienfahrzeug "Amphi-Ranger" ein Muss für alle Interessierten. Der Motor heult auf, der Fahrer gibt Gas und beschleunigt sein orangefarbenes Gefährt. Auf der steilen Rampe nimmt es nochmals an Fahrt auf und taucht in die Fluten der Saar. "Natürlich können wir auch langsam ins Wasser gleiten, aber so macht es doch den Passagieren viel mehr Spaß", witzelt Wolfgang Biehl. Er kennt seinen "Amphi-Ranger". Seit über 20 Jahren sitzt er am Steuer und vermisst im täglichen Betrieb, zusammen mit seinem Kollegen Peter Görlinger, den Grund der Saar an etwa zehn Tagen im Monat. "Heute waren es aber schon über 30 Fahrten", sagt Biehl. Natürlich nur Vergnügungsfahrten. Das Amphibienfahrzeug, mit Echolot und modernen Computersystemen ausgestattet, wird sonst dazu verwendet, detaillierte Karten der Saar zu erstellen, die auch gleich an Bord gedruckt werden können. Die 145 PS starke Sonderanfertigung aus dem Jahr 1985 ist die Attraktion des Aktionstages."Das war schon klasse!"

Im Zusammenhang mit der Ausstellung "Saarschifffahrt damals und heute" (der TV berichtete) findet bis zum 3. September ein buntes Rahmenprogramm statt, an dem sich das Wasser- und Schifffahrtsamt mit einem Aktionstag beteiligt hat. "Wir wollen uns den Bürgern gegenüber öffnen", erklärt der Saarburger Dienststellenleiter Manfred Wenzel, "wir verstehen uns als Dienstleistungsanbieter und die Benutzer der Wasserstraßen als unsere Kunden." Wer wollte, konnte sich bei einer Fahrt auf der Saar mit der "MS Saarburg", einem Aufsichts- und Arbeitsschiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes, sowie der "MS Saarbrücken", einem ehemaligen Eisbrecher, erholen. Auf zahlreichen Informationstafeln erfuhren die Besucher alles über die moderne Saarschifffahrt: Drei große Bojen, im Fachjargon "Fahrwassertonnen" genannt, sowie zahlreiche Verkehrsschilder wurden präsentiert, ebenso zeigten Luftbilder der Saar das Geschehen aus der Vogelperspektive. Ein Längsschnitt des Kraftwerks Rehlingen illustrierte die Funktionsweise einer wasserbetriebenen Turbine, eine Übersicht über die auf der Saar vertretenen Schiffstypen zeigte die Bandbreite der Benutzer der Saar: Von der kleinen "Péniche", die maximal 300 Tonnen zuladen darf, bis zum 3320 Tonnen fassenden "Großen Schubverband" finden sich zahlreiche Unterteilungen der Schiffsklassen. "Das Interessante ist, dass wir die Kulturarbeit mit der Bildungsarbeit verknüpfen", sagte Anette Barth, Leiterin der Volkshochschule und Kulturbeauftragte der Stadt Saarburg, "es ist schön, dass viele Beteiligte an einem Strang ziehen und dass sich auch immer Leute finden, die die Ideen auch umsetzen." Derweil kehrte die Hauptattraktion des Aktionstages, der "Amphi-Ranger" gerade von einer kleinen Tour zurück. "Das war schon klasse", freute sich der 15-jährige Jens Fellmann aus Serrig. Auch für Marco Altenhofen aus Dittlingen war es die erste Fahrt mit einem Amphibienfahrzeug: "Das ist wie auf einem Schiff", sagte er. Trotz der Hitze und der etwas niedergeschlagenen Stimmung durch das verlorene Fußball-Halbfinalspiel am Abend zuvor kamen viele Besucher nach Saarburg: Zwei Schulklassen sowie zahlreiche Passanten und Radtouristen blieben stehen und sahen zu, wie der "Amphi-Ranger" sich aufs neue in die kühlen Fluten stürzte.