Mit Wischmopp und Sammelbüchse

BEUREN. Der Jugendclub Beuren ist Treffpunkt für Jugendliche und Junggebliebene, hat die Dorfkirmes aus einem Dornröschenschlaf geweckt und zeigt mit beispielhaften Aktionen, dass junge Leute oftmals ganz anders sind als ihr Ruf.

Der Boden des Jugendtreffs glänzt. "Wir haben eben noch mal schnell geputzt", sagt Tobias Dietz, Erster Vorsitzender des Jugendclubs Beuren. Sauber gemacht werde nicht nur, wenn die Mitglieder des Jugendclubs Besuch erwarten, sondern nach Bedarf. "Und Putzen ist hier eher Jungensache", sagt Stefan Fetzer. Das liege nicht daran, dass Beurens Jungen außerordentlich gerne zum Putzlappen greifen würden, sondern weil ein Jungenüberschuss unter den 30 Clubmitgliedern herrsche. Sieben Tage in der Woche treffen sich junge (ab 15 Jahre) und noch relativ junge Leute (bis 35 Jahre) ab 20 Uhr in dem Raum in der Dorfmitte, neben dem Bürgerhaus. Gegründet wurde der Jugendclub im Jahr 1994. "Aber vor fünf Jahren hat es so richtig angefangen", sagt Dietz.Nächstes Projekt: Grillhütte

Der Jugendtreff ist Anlaufstelle zum Klönen, für Spieleabende oder um gemeinsame Aktionen zu starten. Dabei hat Beurens Jugend nicht nur das eigene Wohlergehen im Blick: "Gemeinsam mit dem Heimatverein haben wir zwölf Wegekreuze renoviert", sagt Daniel Becker. Im Juni richtete der Club ein Volley- und Fußballturnier für 36 Jugendclubs aus der gesamten Region Trier aus. Und dass an der Beurener Kirmes Anfang September laut Dietz nach zwanzig Jahren endlich einmal wieder was los war, geht unter anderem auch auf die Kappe der jungen Beurener. Der Kirmesrock im Bürgerhaus mit der Gruppe "Fairground" lockte 600 Besucher in das Hochwalddorf. "Gemeinsam mit dem Sportverein haben wir das Live-Konzert auf die Beine gestellt", sagt Isabell Köhl. Das nächste größere Projekt ist schon in Planung: "Wir wollen eine Grillhütte unterhalb des Sportplatzes bauen", sagt Thomas Reget. Das Holz stiftet die Gemeinde, der Jugendclub die Muskelkraft seiner Mitglieder. Auch an Menschen, denen es nicht so gut geht, denkt die Beurener Jugend. Für die Flutopfer in Südostasien stellten sie nach dem Tsunami spontan eine Spardose auf. "222 Euro sind zusammengekommen", so Dietz. Auch das von der "Fifa-WM 2006" ins Leben gerufene Projekt zu Gunsten der SOS-Kinderdörfer unterstützt der Jugendclub. "Wir tippen die Spiele, und einige Cents des Einsatzes gehen an die Aktion", sagt Thomas Reget. Einmal im Jahr kehren die Beurener ihrem Heimatdorf den Rücken. "Wir fahren jedes Jahr für vier Tage zu einem Volksfest nach Middelkerke in Belgien", sagt Dietz. Eine Sylvesterwanderung oder der Besuch des Oktoberfestes am Flughafen Hahn stehen ebenfalls verlässlich auf dem Club-Programm.