Mittelalterliche Geschichte statt Grusel

Mittelalterliche Geschichte statt Grusel

Kurz vor dem Ende der Ferien haben Leser des Trierischen Volksfreunds im Rahmen des TV-Ferienspaßprogramms der Burg und dem Hexenmuseum Grimburg einen Besuch abgestattet.

Grimburg. (urs) Rund drei Dutzend Teilnehmer sind rechtzeitig eingetrudelt auf dem weitläufigen Areal der Burg Grimburg. Einige von ihnen haben jedoch eine etwas abenteuerliche Anreise zu der Abschlussrunde des TV-Ferienspaßprogramms hinter sich. Zum einen, weil nicht jeder Leser des Trierischen Volksfreunds weiß, wo Grimburg liegt. Zum anderen, weil im Dorf derzeit fast jede Straße aufgebaggert ist.

Eine fünfköpfige Familie aus Ayl hat sich aufs Navigationssystem verlassen. Als dieses an der Kirche kundtut, "sie haben ihr Ziel erreicht", gehen alle zu Fuß Richtung Burg. Jemand habe ihnen noch versichert, es sei nicht weit, erzählt Rosefriede Schwickerath lachend. Denn als sie am Burg-Parkplatz vorbei marschieren, erkennen sie, dass sie es einfacher hätten haben können. Für Enkel Marius (11), der mit seinem Bruder Robin (9) dabei ist, ist es der zweite Besuch auf der Burg. Sie seien schon mit dem Kindergarten hier gewesen. Die Geschichte der Burg kennt er aber nicht. Richtig gespannt ist Moritz (5) aus Idesheim. "Sind da noch Hexen", erkundigt er sich etwas ängstlich und neugierig zugleich. Wegen der Erkrankung von Moritz Mutter und seiner Schwester wäre aus der Tour beinahe nichts geworden. Ihre Enkeltochter habe geweint, weil sie nicht habe mitfahren dürfen, erzählt Oma Gisela Helfrich, die von Konz aus über die Eifel zur Grimburg gefahren ist.

Nicht ganz planmäßig ist auch der Ausflug für Christel und Rudolf Göbel mit Enkeltochter Jessica verlaufen. Unterwegs habe sie ein LKW gerammt - und dann habe er sich auch noch verfahren, erzählt der Konzer. Jürgen und Monika Kallenberg haben die Anreise aus Gonzerath mit ihren Töchtern Monja (15) und Nina (12) hingegen gänzlich ohne Hürden gemeistert.

Dittmar Lauer, Vorsitzender des Fördervereins Burg Grimburg, erläutert den Gästen kurz, was es mit der Burg auf sich hat. 1192 bereits erwähnt, sei sie nie eine Ritterburg gewesen, sondern eine Verwaltungsburg mit einem Gerichtsstand. Daher habe es auf der Grimburg auch etliche Hexenprozesse gegeben. Nachdem die Anlage während des 30-jährigen Krieges arg in Mitleidenschaft gezogen worden war, sei sie Ende des 17. Jahrhunderts aufgegeben worden. Der Gerichtsstand wurde daraufhin nach Hermeskeil verlegt, dem heutigen Amtsgerichtsstandort.

Anschließend begleitet Lauer die Ferienspaß-Teilnehmer ins Hexenmuseum, das auch Kinder besuchen können. "Das ist eine spannende Geschichte", versichert er, dass dort "nichts Gruseliges" ausgestellt ist.