Mobile Leitpfosten

Mein Mann Martin war nicht mehr zu bremsen, als es diese Woche mal wieder eine Regenpause gegeben hat. Sofort hat er sich auf sein Lieblingsspielzeug, den knallroten Rasentraktor, gesetzt und ist losgebrettert.

Ich habe ihm noch hinterhergerufen, dass er auf die Gartenzwerge achten soll. Aber da war es schon zu spät. Er hat mal wieder alles gemäht, was ihm unter die Räder gekommen ist. Leider auch meine schönen Gartenzwerge. Sie haben böse Verletzungen an den Füßen erlitten. Als ich geschimpft habe, weil Martin meine Lieblinge einfach niedergemäht hat, hat er sich sofort gewehrt. "Warum stellst Du diese Lümmel denn auch mitten in den Garten?" "Weil es GARTENzwerge sind", habe ich wutschnaubend zurückgepoltert. Während ich meine verletzten Gartenfreunde versorgt habe, hat Martin bei seinem Rasentraktor erste Hilfe geleistet. Na ja, ich glaube, wir haben die Schäden beide mit ein bisschen Kleber und ein paar neuen Klingen behoben. Zwischen uns hat's danach aber weiterhin geknirscht. Als ich am nächsten Tag zur Arbeit gefahren bin, musste ich allerdings schmunzeln. Und als ich Martin die Geschichte abends erzählt habe, haben wir herzlich gelacht und uns schnell wieder vertragen. Denn nicht nur mein Mann hat mit seinem Rasentraktor einiges niedergestreckt. An einigen Stellen im Kreis sind in den vergangenen Tagen die Grünstreifen an den Straßen gemäht worden. Und mit dem Gras auch der ein oder andere Leitpfosten. "Siehste", hat Martin gesagt, "das passiert nicht nur mir." Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir alle Zwerge einsammeln, bevor er sich auf seinen Traktor schwingt. Vielleicht sollten die Herren der Straßenmeistereien und Bauhöfe mobile Leitpfosten beantragen.