Moderne Medizin zum Anfassen

1000 Besucher haben die Gelegenheit genutzt, im Kreiskrankenhaus St. Franziskus in Saarburg Operationssäle zu besichtigen und sich über die neuesten Fortschritte in der Medizin zu informieren.

Saarburg. "So eine Gelegenheit bekommt man sonst nicht", sagt Klinikdirektor Holger Brandt. "Bei uns können die Leute sehen, wie so ein Krankenhaus funktioniert." Nach zwei Jahren Generalsanierung machen sich Besucher ein Bild von den neu eingerichteten und modernisierten Operationssälen.
Ebenfalls umgebaut ist die Zentralsterilisation. An verschiedenen Infostationen erklären Ärzte und Fachpersonal ihre Arbeit. So wie Dr. Thomas Poss, Leiter der Unfallchirurgie, Handchirurgie und Orthopädie. "Mit einem Navigationsgerät können wir heute eine Prothese einbauen und dabei auf ein Grad oder einen Millimeter genau arbeiten", erklärt der Chefarzt den Besuchern.
Fingerspitzengefühl gefragt


Neben der Besichtigung der Räume informieren Filme und Vorträge über die tägliche Arbeit der Ärzte. In einer Blackbox können die Besucher selbst Hand an einen "Patienten" anlegen. Trotz moderner Hilfsmittel ist das gar nicht so einfach und erfordert viel Fingerspitzengefühl.
Auch Erwin Frank aus Wiltingen, den das Interesse an der medizinischen Entwicklung hergeführt hat, probiert es und versucht ein Gummibärchen aus dem Körper des "Patienten" zu entfernen. Nebenan zeigt Jörg Kinn, mit welchen Werkzeugen heute im OP gearbeitet wird. Da gibt es zum Beispiel elektronische Scheren mit Ultraschalltechnologie oder Klammernahtgeräte.
An einem Dummy können die Erwachsenen die Reanimation üben und sich über die Vielzahl der endoprothetischen Möglichkeiten (Implantate wie zum Beispiel künstliche Hüftgelenke) sowie etwa die Rehabilitation durch Physikalische Therapie informieren. Auf Wunsch werden auch Blutdruck oder Blutzucker gemessen.
"Es ist interessant zu sehen, wie die OP-Säle heute eingerichtet sind und welche Technik es heute gibt. So oft kommt man hier ja nicht rein", sagt auch Vincenz Maximini. Monika Roersch aus Trassem ist neugierig, wie die neuen Räume geworden sind. Ihre Tochter Pia nutzt wie viele Kinder die Gelegenheit, ihr Stofftier in der Teddy- und Puppenklinik professionell verarzten zu lassen.Extra

Das Kreiskrankenhaus St. Franziskus in Saarburg hat fünf Hauptabteilungen: Unfallchirurgie, Orthopädie, Allgemeine und Viszeralchirurgie - das ist die Chirurgie, die sich mit den inneren Organen befasst, Innere Medizin sowie Anästhesie und Intensivmedizin. Daneben gibt es die psychiatrische Tagesklinik, die Schmerztherapie sowie das Seniorenzentrum. Insgesamt beschäftigt das Krankenhaus 630 Angestellte und 37 Ärzte. Es ist damit einer der größten Arbeitgeber in der Verbandsgemeinde. Im Jahr 2012 wurden etwa 8000 Patienten stationär behandelt. Außerdem betreiben in der Region niedergelassene Ärzte die vier Belegabteilungen HNO, Urologie, Gynäkologie und Augenheilkunde. itz