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Modernes Theater lockt mit Videoinstallation

Modernes Theater lockt mit Videoinstallation

Die Kulturgießerei bietet Theaterfreunden am heutigen Samstagabend um 20 Uhr eine moderne Produktion des Trierer Künstlerpaars Martina Roth und Johannes Conen. Zum realen Bühnenbild ergänzt eine Videoleinwand die Szene, auf der Doppelgängerinnen der Schauspielerin erscheinen und sie mit ihrer Vergangenheit konfrontieren.

Saarburg. "Den Bildschirm auf der Bühne darf man sich vorstellen wie ein Fenster", erklärt die freischaffende Schauspielerin Martina Roth, die gemeinsam mit ihrem Mann und Hochschulprofessor Johannes Conen innovative Theaterstücke schafft. "Wenn es abends dunkel wird, spiegeln sich die Figur und der Raum in diesem dunklen Fenster." Deshalb könne man sich diese virtuelle Spiegelung wie eine Erweiterung der realen Bühne vorstellen. "In dieser Videoinstallation erscheinen Doppelgängerinnen der Schauspielerin auf der Bühne, zu denen ich mich synchron bewege", erklärt Roth, die am Samstagabend selbst auf der Bühne stehen wird.
Die Videoaufnahmen hat das Trierer Künstlerpärchen in seinem eigenen Atelier in einer sogenannten Greenbox gemacht. Diese Aufnahmetechnik ermöglicht es, die gefilmte Schauspielerin später vor einem anderen Hintergrund im Video erscheinen zu lassen. Johannes Conen, Hochschulprofessor für Mediale Szenografie an der Hochschule Trier, hat vor seiner Berufung als Bühnenbildner gearbeitet und diese innovative Szenografie für das Theaterstück "Staub" gestaltet.
Gedanken zum Altern


Ihre aktuelle Produktion nach eigenen Texten von Roth und dem Stück "Der Regen" des australischen Autors Daniel Keene dreht sich um das Thema Erinnerung. "Ihre Doppelgängerinnen im Video konfrontieren die Figur auf der Bühne mit ihrer Erinnerung und damit, dass sie älter geworden ist", sagt Roth. Die Figur, eine alte Frau, leide unter der Konfrontation mit der Vergangenheit, aber sie suche sie auch.
"Es ist keiner so verrückt wie wir, so lange an so kleinen Produktionen zu arbeiten", sagt Conen. Doch diese Strategie und die damit erreichbare Qualität zahle sich langsam aus. Aufführungen im Grand Théâtre in Luxemburg und auf großen deutschen Bühnen fanden bei den Kritikern große Anerkennung.
Im großen Theater ihrer Heimatstadt Trier ist das Duo mit dem Namen "Bewegtbildtheater" hingegen nicht zu sehen. "Die nehmen uns zu sehr als Konkurrenz wahr", erklärt Conen.
Aber die Tufa, eine Veranstaltungshalle in Trier, lud die innovativen Künstler im Januar dazu ein, auf ihrer Bühne zu spielen. Die Vorstellung war komplett ausverkauft (der TV berichtete). Nun hat die Kulturgießerei in Saarburg das Duo für einen Theaterabend eingeladen. Das Stück dauert 80 Minuten und wird ohne Pausen durchgespielt. cmo
Aufführung: Samstag, 29. Juni, in der Kulturgießerei, Beginn: 20 Uhr. Karten kosten an der Abendkasse 20 Euro; Schüler, Studenten und Menschen mit Handicap zahlen 10 Euro.