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Morbacher Möbelhändler fürchtet um seinen Ruf

Morbacher Möbelhändler fürchtet um seinen Ruf

Ein Möbel-Sonderverkauf in Hermeskeil wirbt mit den Begriffen Notverkauf, Insolvenz und dem Namen des Morbacher Unternehmens Möbel-Schuh, das bis vor elf Jahren dort eine Filiale unterhielt. Inhaber Ludwig Schuh wehrt sich auf dem Rechtsweg gegen die Werbung. Die Kunden würden in die Irre geführt, und sein Unternehmen werde mit einer Insolvenz in Verbindung gebracht.

Morbach/Hermeskeil. Selten hat man den Morbacher Möbelhändler Ludwig Schuh so erbost erlebt. "Da zieht jemand unseren guten Namen in den Dreck", sagt er. Was ist passiert? Das Morbacher Unternehmen Möbel-Schuh hatte bis 2003 eine Filiale in Hermeskeil.
Jetzt hat ein Unternehmen mit dem Namen Vermarktungsvertrieb S-B-L GmbH mit Sitz in Bergheim das Gebäude gemietet, in dem die Filiale des Morbacher Möbelhauses in Hermeskeil untergebracht war, und verkauft dort Möbel. Laut Immobilienbesitzer Karl-Lothar Werth hat die S-B-L das Gebäude nur für einige Monate gemietet.
Das Unternehmen hat zu Werbezwecken Wurfzettel verteilt, auf denen neben einer schlagwortartigen Beschreibung der angebotenen Produkte und den Preisen die Wörter "Notverkauf, Insolvenz, Möbelhaus-Schuh" mit großen Lettern abgedruckt sind. Deutlich kleiner sind die Worte "in den Hallen des ehemaligen Möbelhauses-Schuh vorangesetzt.Kunden sind besorgt


Dadurch werden nach Meinung von Ludwig Schuh die Leser in die Irre geführt. Denn am gleichen Tag, an dem die Wurfzettel im Raum Baumholder verteilt worden waren, kamen von dort die ersten Anrufe besorgter Kunden, die beim Morbacher Möbelhaus Schuh Möbel bestellt und eine Anzahlung geleistet hatten.
Schuh gelang es zwar, die Kunden zu überzeugen, dass das Morbacher Möbelhaus nichts mit dem Verkauf in Hermeskeil zu tun hat. Trotzdem befürchtet er Schaden für sein Unternehmen. "Wie viele Kunden durch den Wurfzettel abgeschreckt werden, ist nicht nachzuvollziehen", sagt er.
Deshalb hat er rechtliche Schritte eingeleitet und die S-B-L aufgefordert, den Namen Möbel-Schuh in ihrer Werbung nicht mehr zu verwenden. Der Anwalt der Gegenpartei hat Schuhs Rechtsvertreter daraufhin geantwortet, dass aus dem Text eindeutig hervorgehe, dass die S-B-L verkauft und nicht Möbel-Schuh.
Trotzdem hat die Firma eine Unterlassungserklärung abgegeben, sagt Ludwig Schuh. "Damit können wir wenigstens verhindern, dass andere mit unserem Namen weiter Werbung machen", sagt er. Solch ein Geschäftsgebaren ist für Schuh unter der Gürtellinie. "Es ist dreist, mit welchen Mitteln andere Unternehmen versuchen, Geschäfte zu machen", sagt er.
Helmut Ludwig, Geschäftsführer der S-B-L, bedauert die Auseinandersetzung mit dem Morbacher Möbelhändler und spricht von Missverständnissen. Die Werbeagentur habe falsche Begriffe verwendet. "Statt Notverkauf zur Abwendung der Insolvenz hätte es Konkurswarenverkauf heißen sollen", sagt er. Die S-B-L kaufe aus Insolvenzen Ware auf und veräußere diese dann weiter, sagt er. Zudem habe er mit der Bezeichnung ehemals Möbel-Schuh in Hermeskeil lediglich seinen Kunden den Verkaufsort beschreiben wollen.
Den Namen der Morbacher Firma wird er in seiner Werbung nicht mehr verwenden. Ludwig: "Wir können es leider nicht mehr zurücknehmen, es ist unglücklich gelaufen."