1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Morbacher wehren sich gegen Pläne, Dienstzeiten der Bereitschaftszentrale in Birkenfeld zu kürzen.

Bereitschaftszentrale in Birkenfeld : Resolution: Ärztliche Versorgung soll vollständig erhalten bleiben

Der Morbacher Gemeinderat wehrt sich gegen Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung, die Öffnungszeiten der Bereitschaftspraxis in Birkenfeld zu kürzen. Nachts soll dort kein Arzt mehr vor Ort sein. Davon wären auch Patienten in der Verbandsgemeinde Hermeskeil betroffen.

Die ärztliche Bereitschaftszentrale in Birkenfeld soll mit unveränderten Öffnungszeiten weiterbetrieben werden. Eine entsprechende Resolution hat der Morbacher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Hintergrund ist, dass die Kassenärztliche Vereinigung als Träger der Bereitschaftszentrale erwägt, die Praxis nicht mehr über die komplette Nacht zu besetzen (der TV berichtete am 28. September). Stattdessen soll unter der Woche ein Arzt nur noch bis 23 Uhr vor Ort sein, an Wochenenden nur noch bis 21 Uhr. Wer später in der Nacht bei nicht lebensbedrohlichen Notfällen die Hilfe eines Arztes benötigt, soll sich dann in die Bereitschaftspraxis am Klinikum Idar-Oberstein oder nach Trier begeben. Von der neuen Regelung wären auch Patienten aus der Verbandsgemeinde Hermeskeil betroffen, da diese ebenfalls zum Zuständigkeitsbereich der Birkenfelder Praxis zählt. Zwar gibt es laut dem Träger seit 2014 eine zusätzliche ärztliche Bereitschaftsdienstpraxis am Hermeskeiler Krankenhaus. Diese ist aber am Wochenende und an Feiertagen nur von 10 bis 16 Uhr besetzt.

„Durch die angedachte Umstrukturierung wäre die medizinische Versorgung nicht mehr in der bisherigen Qualität gewährleistet“, heißt es in der Morbacher Resolution. Es bestehe sowohl die gesetzliche als auch die moralische Verpflichtung, die bereitschaftsärztliche Versorgung auch und gerade im ländlichen Raum sicherzustellen. „Der Gemeinderat fordert daher mit äußerstem Nachdruck die Beibehaltung des bisherigen Systems.“

Der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal sieht die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung als Rückschritt bei der ärztlichen Versorgung. Hugo Bader von der FWM, selbst niedergelassener Arzt in Morbach, gibt einen Einblick in den derzeitigen Stand der Bereitschaftspraxen.

So weisen diese landesweit jährlich ein millionenschweres Defizit auf. Jeder Arzt müsse monatlich 270 Euro zahlen, um diese Verluste auszugleichen. Insofern bestehen Überlegungen, wo man sparen könne. Nachts sei die Nachfrage in den Bereitschaftspraxen sehr gering, sagt er. Er stimme der Resolution zu, sehe für diese aber keine Chance. „Wir müssen deutlich machen, dass wir uns wehren“, entgegnete Hackethal.

Die Bereitschaftspraxis in Birkenfeld ist 1999 gegründet worden und befindet sich seit 2010 in der Trägerschaft der Kassenärztlichen Vereinigung.

Sie ist Anlaufpunkt für Patienten aus den Verbandsgemeinden Baumholder, Birkenfeld, Hermeskeil, Thalfang, der Gemeinde Morbach und Nohfelden (Saarland).