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Mordprozess gegen mutmaßlichen Messerstecher: Überraschende Wendung

Mordprozess gegen mutmaßlichen Messerstecher: Überraschende Wendung

Bei dem am Mittwoch eröffneten Mordprozess gegen einen 20-Jährigen aus der Verbandsgemeinde Saarburg gab es nach der Mittagspause eine überraschende Wendung. Wenn der Angeklagte, der bisher geschwiegen hat, die Tat am nächsten Verhandlungstag gesteht, bekommt er eine neunjährige Jugendstrafe. Das haben die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung ausgehandelt.

Nach einem zähen Auftakt im Mordprozess gegen den Konzer Messerstecher folgt nach der Mittagspause der Paukenschlag. Die Geschehnisse am Abend des 27. September 2013, an dem der 20-jährige Angeklagte einen 19-jährigen Konzer aus Habsucht ermordet haben soll, bleiben vorerst unaufgeklärt. Denn die erste Große Jugendkammer am Trierer Landgericht hört nicht wie vorgesehen ab 13.30 Uhr weitere Zeugen an.

Der Vorsitzende Richter Albrecht Keimburg erklärt nach einer weiteren Unterbrechung gegen 14.30 Uhr, dass es eine Verständigung zwischen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung gebe. Dem Angeklagten werde eine Jugendstrafe von mindestens achteinhalb bis höchstens neun Jahren eingeräumt. Dazu müsse er aber zunächst die Tat vollumfänglich im Sinne der Anklage gestehen. So könne die Hauptverhandlung abgekürzt werden, sagte Keimburg.

Staatsanwalt Eric Samel und Strafverteidigerin Martha Schwiering stimmten beide der Verständigung zu. Marco Liell, der Anwalt der Mutter des Opfers, die in dem Verfahren als Nebenklägerin auftritt, gab eine Erklärung ab: "Meine Mandantin hat sich schweren Herzens dazu durchgerungen, sich der Vereinbarung nicht zu widersetzen", sagte er. "Für eine Mutter, die ihren Sohn verloren hat, sind an dieser Stelle die juristischen Feinheiten besonders schwer zu verstehen."

Richter Keimburg betonte, dass das Verfahren damit nicht beendet sei. Der Angeklagte hat jetzt bis zum nächsten Verhandlungstag am 25. März Zeit, um sich auf sein Geständnis vorzubereiten. Das Gericht verzichtet auf die Anhörung weiterer Zeugen, nur ein Gutachter und die Jugendgerichtshilfe werde noch vorgeladen.