Moselfränkisch in allen Varianten

Moselfränkisch in allen Varianten

NEWEL-BUTZWEILER. (ka) Premiere feierte der Mundartabend des Heimatvereins Butzweiler vor zwei Jahren im Bürgerhaus. Die dritte Auflage an gleicher Stelle bewies, dass die Richtung stimmt, denn der MundartAbend hat sich zu einem kulturellen Markenzeichen entwickelt.

Ortsvorsteher und Heimatvereinsvorsitzender Nikolaus Lieser begrüßte die Freunde der Mundart. Besonders hieß er die Mitglieder des Heimatvereins Kordel und die Kordeler Musikgruppe "Trouliechter" willkommen. "Die Trouliechter zu hören und zu erleben ist für mich immer ein innerer Vorbeimarsch", meinte Ortsbürgermeister Bernard Kopp. Das Programm der Mundart-Abende ist eine gelungene Mischung aus Moselfränkisch in allen Schattierungen, gesungen oder gesprochen, in Prosa oder Versform, vorgetragen von Mundartkennern. Dabei geht es keineswegs ernst zu. Im Gegenteil - es dominiert der Humor, mal fein mal weniger fein, bisweilen auch deftig.Rückblick: Eifeler Essgewohnheiten

Gerd Keil aus Nimshuscheid warf in seinem Vortrag einen Blick auf die Essgewohnheiten der Eifeler, die sich im Laufe von hundert Jahren geändert haben. Trauriges Fazit: Auch die Eigel ist im Fast-Food-Zeitalter angekommen. Der in den Hunsrück emigrierte Rainer Hewener führte durchs Programm. Er ist in Sachen Mundart Experte. Als solcher wusste er Heiteres vom Umgang der damaligen "Hären", den Geistlichen, mit ihren "Schäfchen" zu berichten. Werner Streit, Leiter des Heimatmuseums Speicher, zählt sicher zu den subtilsten Kennern des Moselfränkischen in allen Varianten. Beim Butzweiler Mundart-Abend machte er die Zuhörer mit dem Jänischen bekannt. Diese Gaunersprache war weit verbreitet und diente dazu, "das Verständliche unverständlich zu machen". Auch Bürgermeister Wolfgang Reiland machte Mundart in Sprache und Gesang transparent. Maria Noll aus Reinsfeld berichtete von ihren Bemühungen, den Umgangston der Jugend, das Neudeutsch und "Denglisch" in Mundart zu übersetzen.Neudeutsch und "Denglisch" in Mundart

Aus dem Preister ins "Herbischda Platt" hatte Norbert Schmitz aus Herforst seinen Mundartvortrag übersetzt. Des Butzweiler Platt sei er nicht mächtig, gestand Schmitz. Was aber wäre der Mundart-Abend des Heimatvereins ohne das kultur-historische Urgestein Klaus Pauli. Sein Vortrag aus dem prallen Leben und in der deftigen Sprache des Volkes schlug ein wie eine Büttenrede.