Moselsteig besteht den Qualitätstest

Trier/Longuich · Hochkarätige internationale Prädikate für den Moselsteig: Der Fernwanderweg, der am 12. April eröffnet wird, ist "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" und "Leading Quality Trail - Best of Europe". Experten haben ihn geprüft und für sehr gut befunden.

Trier/Longuich. Der Moselsteig wird am 12. April mit einer Eröffnungsveranstaltung in Bernkastel-Kues offiziell übergeben. Was er taugt, können Wanderer schon jetzt erfahren. "Er entspricht sowohl den Kriterien der Qualitätsinitiative Wanderbares Deutschland als auch denen der Europäischen Wandervereinigung", erklärt Liane Jordan vom Deutschen Wanderverband (Kassel). Die 33-Jährige hat gemeinsam mit drei Expertenkollegen seit Wochenbeginn ein straffes Programm absolviert. Den Steig "auf Herz und Nieren geprüft. Zum Beispiel, ob er eindeutig und zuverlässig markiert ist. Ob er naturnah verläuft und Abwechslung bietet". Das Resultat verkündet sie in Trier vor der Presse: "Daumen hoch und Gratulation! Der Moselsteig ist ein Gewinn nicht nur für die Region, sondern für ganz Deutschland."
Sabine Winkhaus-Robert (53) vernimmt\'s mit Freude. Sie ist Geschäftsführerin der Moselland-Touristik GmbH (Bernkastel-Kues), die den neuen Fernwanderweg konzipiert hat und Projektträger ist. Die Doppel-Zertifizierung sieht sie als "Meilenstein und krönenden Abschluss" einer fast fünfjährigen Vorbereitungszeit. Projektleiter Thomas Kalff (35) charakterisiert die Label Qualitätsweg und (noch etwas anspruchsvoller) Leading Quality Trail als "ungeheuer wichtig für die Vermarktung. Damit signalisieren wir, was wir zu bieten haben und welchen Ansprüchen wir genügen. Wir geben quasi eine Garantieerklärung ab." Denn die neun Kern- und 23 Wahlkriterien der Qualitätsprüfung sind ausschließlich aus den Bedürfnissen von Wanderern abgeleitet, betont Liane Jordan, die auch für den Qualitätscheck der Europäischen Wandervereinigung zuständig ist.
Allerdings ist (noch) nicht alles Gold, was auf dem nach Eifel- und Saar-Hunsrück-Steig dritten hochkarätigen Fernwanderweg der Region glänzt. Im Bereich Untermosel hat das Expertenquartett "kleinere Mängel bei den Markierungen" ausgemacht. "Die müssen bis zum 12. April behoben sein", mahnt Dirk Zimmermann (48), der ansonsten höchstes Lob verteilt: "Der Weg ist nicht künstlich inszeniert. Er ist komponiert aus dem, was die Mosel zu bieten hat. Rheinland-Pfalz hat einen weiteren großen Schritt getan, um sich als deutsches Wanderland Nummer eins zu positionieren. Ich bin nachhaltig positiv beeindruckt."
680 000 Euro hat der Moselsteig gekostet. 70 Prozent trägt das Land Rheinland-Pfalz, den Rest teilen sich die Städte und Gemeinden an der Wegstrecke. Cheftouristikerin Sabine Winkhaus-Robert rechnet mit 200 000 zusätzlichen Besuchern, die der neue Steig ins Moselland zieht.
An den Steig schließen sich Prädikatsrundwanderwege ("Seitensprünge") wie beispielsweise die Extratour Mehringer Schweiz an. Sieben sollen 2014 dazukommen, darunter die zehn Kilometer lange Route "Longuicher Sauerbrunnen" (Eröffnung voraussichtlich im Juni). Weitere "Seitensprünge" sind unter anderem in Trittenheim und Klüsserath geplant.

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