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Museen der Region öffnen wieder unter strengen Auflagen

Kostenpflichtiger Inhalt: Freizeit : Was noch fehlt, sind die Touristen

Museen der Region öffnen wieder. Den Besuchern werden strenge Auflagen und Verhaltensregeln abverlangt.

Die Zeit des Stillstands ist für die meisten Museen der Region vorbei. Doch der Museumsverband Rheinland-Pfalz hat strenge Verhaltensregeln für Personal und Besucher aufgestellt: Abstandsmarkierungen, Desinfektionsstationen, Mundschutz, Abstandsregeln und eine maximale Besucherzahl für Räume sind darin gefordert.

Astrid und Peter Junior empfangen die Besucher der Hermeskeiler Flugausstellung jetzt hinter Plexiglas. „Wir haben ein Einbahnstraßensystem markiert“, erklärt der Betreiber mit 46 Jahren Besuchererfahrung. Bürgermeister Hartmut Heck habe persönlich nachgeschaut, ob alles den Vorschriften entspreche.

Familie Junior ist Besuchermassen gewohnt, rund 150 000 aus aller Welt sind es normalerweise pro Saison. Jetzt dauerte die Winterpause sechs Wochen länger und die Besucherzahl tröpfelt so vor sich hin. Wer kommt, ist begeistert. So wie Bernd Otte, selbst Cargo-Pilot in Luxemburg: „Das ist alles super hier.“ Führungen können allerdings keine angeboten werden.

Was schmerzt, ist die Schließung der Gastronomie im Nachbau der Concorde. „Der Mittelgang ist nur 60 Zentimeter breit. Da kann keine Abstandsregel eingehalten werden, ohne durch die Küche zu müssen“, erklärt Junior. Die Einbußen sind enorm. Sogar privates Geld hat die Familie schon investiert. „Was wir brauchen, sind die Touristen“, sagt Peter Junior und hofft jetzt auf das Pfingstwochenende.

Info: www.flugausstellung.de

Ein besonders originelles System der Besuchersteuerung hat die Leiterin des Freilichtmuseums Roscheider Hof, Dr. Ursula Ninfa, entwickelt. Im Eingangsbereich hängen an einer Wäscheleine 100 Jahre alte Unterhosen. Es geht jedoch um die Wäscheklammern, die sie festhalten. Jeder Besucher steckt sich eine Klammer an. Bei Nummer 300 ist Schluss. „Das ist unsere Tracing-App“, schmunzelt die Museumsfrau über ihre Idee.

Auch hier gelten Beschränkungen. An jedem Haus des Freilichtmuseums steht ein Schild mit der Zahl der Menschen, die gleichzeitig drin sein dürfen. Das Museum hat jetzt auch montags auf und die Gaststätte ist wieder geöffnet. „Die zwölf Mitarbeiter haben wir in der Ausfallzeit erst für Büroarbeiten weiterbeschäftigt und dann erst nach Hause geschickt“, erzählt der Vorsitzende Helge Klaus Rieder.

Ein Totalausfall sind jedoch die Führungen der neun Museumspädagogen, denn es herrscht immer noch Versammlungsverbot. Man hoffe auf weitere Lockerungen, sonst sei das eine Farce.

Die neue Schirmwerkstatt kann wohl frühestens Mitte Juni eröffnet werden. Auch auf dem Roscheider Hof sehnt man sich nach Touristen und Schulklassen.

Info: www.roscheiderhof.de

Im Saarburger Amüseum haben Sandra Gehlen und Sabine Repplinger die Ausstellung mit Werken von Peter Becker und Theo Blum erst einmal bis auf weiteres verlängert. Stadtsprecherin Gehlen nimmt vom Homeoffice aus die Absagen der Stadtführungen entgegen. „Zehn Stadtführer werden derzeit nicht gebraucht“, bedauert sie. Auch im Amüseum kommen die Besucher erst einmal an der Desinfektionsstation vorbei. Ein Raum, der kleiner als zehn Quadratmeter ist, musste geschlossen werden.

Info: www.amueseum-saarburg.de

Neu in die Saison gestartet ist auch die gegenüber liegende Hackenberger Mühle. Hier sitzt Theresia Vadrot an der Kasse in ihrem „Glaskasten“. Sie sagt: „Wir sind gut vorbereitet und freuen uns auf jeden Besucher.“ Es wäre gut, wenn bald die Touristen wieder in die Mühle strömen könnten. Vadrot hofft jetzt auf Lockerungen bei Schiffs- und Busreisen und bald wieder auf Schulklassen und Kitas.

Der Deutsche Mühlentag am Pfingstsonntag ist zwar abgesagt. Doch an diesem Tag ist der Eintritt frei. Statt Führungen gibt es Begleithefte in vier Sprachen, mit denen sich die Besucher in der Mühle orientieren können. Mit Gertrud und Alois Gotto kamen sogar zwei neue Ehrenamtler ins Team, die dringend gebraucht wurden.

Info: museen.de/hackenberger
-muehle-saarburg.html

Hygiene, Abstand, keine Führungen heißt es auch in der historischen Glockengießerei. „Einzelbesucher können alles besichtigen“, erklärt der zweite Vorsitzende des Vereins Lokales Bündnis für Familie, Wolfgang Matthes. Auch das Café ist geöffnet, sogar mit Plexiglasabtrennung, damit auch Gruppen Besprechungen abhalten können. Geschäftsführerin Anette Barth rät, die lokale Kultur zu nutzen, denn: „Das ist ein geistiges Lebensmittel, nicht nur in Saarburg.“

Informationen im Internet:

Start mit neuen Mitarbeitern: Theresia Vadrot (rechts) freut sich über die neuen Ehrenamtler der Hackenberger Mühle, Gertrud und Alois Gotto. Foto: Herbert Thormeyer
Noch ohne Führungen: Anette Barth und Wolfgang Matthes laden in die Kulturgießerei ein. Foto: Herbert Thormeyer
Ausstellung verlängert: Sabine Repplinger (links) und Sandra Gehlen vor Bildern von Peter Becker und Theo Blum, die jetzt länger im Amüseum zu sehen sind. Foto: Herbert Thormeyer Foto: Herbert Thormeyer
Mit historischen Unterhosen und Wäscheklammern: Museumsleiterin Dr. Ursula Ninfa hat jederzeit den Überblick, wie viele Menschen sich im Roscheider Hof aufhalten. Foto: Herbert Thormeyer Foto: Herbert Thormeyer

www.kulturgiesserei-saarburg.de