Musik wie Wut und Schmetterlinge

Ganz der zeitgenössischen Musik widmete sich ein Abend in der evangelischen Kirche in Saarburg. Im Mittelpunkt stand dabei der Komponist Alexander Müllenbach und sein Schaffen.

Saarburg. (gkl) "Lassen Sie sich nicht entmutigen." Diesen Aufruf richtete Siegfried Mauser an Anette Barth, Kulturbeauftragte in Saarburg. Grund dafür war die eher bescheidene Anzahl Zuhörer in der ohnehin schon kleinen evangelischen Kirche in Saarburg, die sich zu dem Konzert versammelt hatte, in dem es ein Porträt des Komponisten Alexander Müllenbach geben sollte. Was hat sich der aus Luxemburg stammende Komponist bei seiner Partita für Violine solo gedacht, wie entstand "Fluidum" für Klarinette und Klavier, beide Werke wurden 1992 geschrieben. Welche Assoziationen hatte er beim "Gesang des schwarzen Vogels" für Klarinette solo (2002), und woran dachte er bei "Lost Island" für Klarinette, Violine und Klavier im Jahre 1988?

Diesen Fragen wollte Mauser als Moderator des Abends im Gespräch mit Müllenbach auf den Grund gehen, bevor er als Pianist, der Geiger Fabian Perdicchizzi und Marcel Lallemang (Klarinette) die Werke auch erklingen ließen.

Warum hat es die zeitgenössische Musik so schwer, ihre verdiente Anerkennung zu finden? Zum einen sicherlich, weil der Grat zwischen Scharlatanerie und ernstzunehmender Komposition heutzutage, da Gesetzmäßigkeiten vielfach aufgehoben sind, schmaler geworden ist. Zum anderen aber auch, weil Veranstaltungen wie die in Saarburg zu selten angeboten werden.

Abende, an denen ein Komponist seine Absichten auf einer Ebene erläutert, die nicht in einen Hörsaal gehört, die keine profunden Kompositionskenntnisse voraussetzt, die aber auch nichts mit der Methode zu tun hat: "Ich werde euch das jetzt mal erklären."

Der lange und begeisterte Applaus, den es schon vor der Pause gab, galt nicht nur den virtuosen und exzellenten Musikern, sondern auch dem Komponisten, der es versteht, sowohl die Leichtigkeit eines Schmetterlings, der von Blüte zu Blüte fliegt (Fluidum) als auch seine Wut über grausame Unmenschlichkeit (Lost Island) in Musik auszudrücken.

Zu Recht bedankten sich nicht nur die Musiker bei Anette Barth dafür, dass sie den Abend durchgeführt hatte.

Solche Konzerte sind die Plattform, von der aus der zeitgenössischen Musik eine echte Chance eingeräumt wird, sich zu behaupten.