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Vereine: Musikalische Weltreise zum 90.

Vereine : Musikalische Weltreise zum 90.

Mit dem Konzert am Samstag stimmen sich die Rascheider Musiker auf ihr Jubiläumsjahr ein. Der Höhepunkt der Feiern ist für Mitte September geplant. Am Wochenende gibt es einen Vorgeschmack darauf, was die Gäste erwartet.

Der Musikverein (MV) Rascheid feiert sein 90-jähriges Bestehen auf hohem Niveau – im musikalischen wie im übertragenen Sinn. Denn die Musiker werben mit einem besonderen Jahreskonzert für ihr Jubiläumsfest im September (Infobox).

Am Samstag, 21. April, entführen sie als „MVR Airlines“ von Rascheid um den Globus. „Wir gönnen uns zum Jubiläum eine Weltreise“, kommentiert Posaunist Helmut Biwer. Beginnend am höchsten Punkt der Erde – mit einer „Mount Everest“-Komposition – führt sie über Schottland und Italien nach Südamerika und in die Karibik.

Das vielseitige Programm spiegelt den guten Zusammenhalt im Verein. 70-Jährige sind ebenso begeistert dabei wie Jugendliche – und allen macht es Riesenspaß im Verein. Für Querflötistin Jana (13 Jahre) ist der MV „voll cool“. Auch ihr Bruder spiele mit und ebenso der von Johanna (11 Jahre).

Die Schlagzeugerin dürfte sich beim MV ohnehin wie zu Hause fühlen. Denn auch Papa, Opa, Onkel und Cousins sind dabei. Helena Weber, eine der erwachsenen Jüngeren, möchte die regelmäßigen Proben freitagsabends nicht missen. Für die Saxofonistin gehört das „einfach dazu“.

Das Schöne am MV sei das „Generationenübergreifende“, sagt Thomas Michels, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins mit Frank Ludwig als dem ersten Vorsitzenden. Und Jüngere, die die Lehrer der Kreismusikschule fast alle im Ort ausbilden, seien ebenso engagiert wie Ältere. Der langjährige ehrenamtliche Dirigent und aktive Tenorhornist Karl-Heinz Ludwig ist dafür nur ein Beispiel.

Stolz ist Michels aber auch darauf, dass der Verein mit seinen konstant 40 Aktiven beim Jahreskonzert mit etwa 55 „Eigengewächsen“ spielen wird. Darunter Ur-Rascheider, Zu- und Weg-Gezogene.

Sie alle orientieren sich an einem Neuhüttener, nämlich an Markus Schmitt, der den MV seit 2014 dirigiert. Er ist froh, dass sein Stil offensichtlich ankommt in Rascheid, wo während des Sommers Unterhaltungs- statt Konzertmusik auf dem Programm steht. „Die Musiker sind sehr motiviert“, lobt er etwa die Bereitschaft vieler Aktiver, weitere Instrumente zu lernen, was für sie ja auch mit zusätzlichen Kosten verbunden sei. Alle seien gewillt, umzusetzen, was er sich wünsche: „Sie saugen förmlich meinen Input auf.“ Mit einer solchen Besetzung ließe sich daher auch Anspruchsvolles angehen. Zwischenmenschlich harmoniere es ebenfalls sehr gut.

Inzwischen spielen die Musiker auch öfter in anderen Orten. So etwa im Trierer Brunnenhof, in der Eifel oder an der Mosel. Seit November proben sie intensiv für ihr Jahreskonzert, jeden Freitag und oft auch samstags.

Seit Fastnacht sind generell „Doppelproben“ im Saal Leyendecker angesagt – oder auch mal ein Probenwochenende. Parallel dazu heißt es für die Aktiven Maßnehmen. Denn zum Jubiläum lassen sie sich, von der Gemeinde finanziell unterstützt, neu einkleiden. Und eine neue Chronik ist ebenfalls in Arbeit.

Das Miteinander wird gepflegt bei Ausflugsfahrten und gemeinsamen Feiern wie am 1. Mai an der Grillhütte, beim Oktoberfest, zu dem befreundete Vereine aufspielen, sowie bei einer großen Weihnachtsfeier.