Musikalisches Gedenken

WASSERLIESCH. Vor 60 Jahren endete eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte: der Zweite Weltkrieg. Auftakt zur Kulturwoche "geDENKtage" war ein Chorkonzert mit den "Grenzgängern" in der Pfarrkirche St. Aper.

In diesen Tagen erinnern sich vielerorts die Menschen an das Ende des Zweiten Weltkriegs. Zerstörung, Hunger, Elend, Angst - nur wenige der heute Lebenden haben die unmittelbaren Auswirkungen des militärischen Wahnsinns vor mehr als sechs Jahrzehnten am eigenen Leib erfahren. Antwort auf die Friedens-Frage

Wo liegen die Voraussetzungen für den Frieden? Auf der Suche nach einer Antwort haben das Europäische Zentrum für Chorkultur und verschiedene Institutionen des Trierer Stadtlebens die Kulturwoche "geDENKtage" ins Leben gerufen. Auftakt der Veranstaltungsreihe war ein Konzert des deutsch-luxemburgischen Kammerchorprojekts "Grenzgänger" in der Pfarrkirche St. Aper in Wasserliesch. Der Titel: "Bilder der Hoffnung". Nach Art einer Erzählung beschrieben die 24 Sängerinnen und Sänger den Weg aus der Zerstörung hinein in eine Zeit des Friedens. Beginnend mit der Trauermotette "Wie liegt die Stadt so wüst" von Rudolf Mauersberger (Kantor der Dresdner Kreuzkirche von 1931 bis 1971) über das Hauptwerk des Abends "Bilder der Hoffnung" von Petr Eben bis hin zu "Dona nobis pacem" (Johann Sebastian Bach) bestimmten geistliche Lieder das Programm. Die musikalische Leitung hatte Martin Folz. Gegründet wurde das Kammerchorprojekt "Grenzgänger" im Jahr 2003 anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Trier an den luxemburgischen Premierminister Jean Claude Juncker. Der Chor besteht derzeit aus 28 Sängerinnen und Sängern aus Luxemburg und der Region Trier. Pro Jahr erarbeiten die semiprofessionellen Musiker jeweils ein Konzertprojekt, wobei sie ihr Augenmerk in erster Linie auf selten aufgeführte Werke diverser Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts richten. Die Kulturwoche "geDENKtage" findet bis zum 16. Mai an wechselnden Veranstaltungsorten in Trier statt.